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Wissenschaften und Künste.
schcnd, daß wie schon erwähnt, was für Kunst und Wissen-schaft gethan wurde, nicht, derentwillen geschah. Es warenfremde, vorzüglich französische Sitten, Sprache, Literatur,Tracht und Bildung überhaupt, welche unter den höheren undnach und nach auch bei den niederen Ständen der Hauptstadtals Mode überhand nahmen'), wahrend an die geeignete Aus-bildung des Volkes fast gar nicht gedacht wurde. Stadt- undDorfschulen und Lehrerseminare für sie waren nöthigcr alsHofakademicn, was man freilich erst hundert Jahre spätereinsah. Zudem hatte natürlich Vieles nur eine schöne Außen-seite, glänzenden Tünch, der bald absiel und das Innere inalter Gestalt, Roheit und Unsauberkeit zeigte. Auf der einenSeite Freigebigkeit, welche an Verschwendung grenzte, auf derandern oft Mangel am Nothwendigen und auch bei der Ver-schwendung zuweilen noch Schein. Friedrich I. schenkte zwardem Pufcndorf für dessen Geschichte des großen Kurfürsten10,000 Thaler, allein das Geld wurde nicht ausgczahlt, weiles nicht vorhanden war. Pufcndorf sollte daher jährlich1000 Thaler erhalten, als er aber starb, waren erst 6000 Tha-ler abgetragen. Seine Wittwe sollte nun jährlich nur 500 Tha-ler abschläglich bekommen, wogegen aber die ihr bewilligtePension gestrichen wurde. Auch die 500 Thaler wurden ihrwahrscheinlich nicht regelmäßig bezahlt, alle ihre Bitten warenerfolglos, sie musste in Dürftigkeit leben °). Dagegen erhieltder dänische Professor Jacobäus für das dem Fürsten über-reichte Alusaeum rexium im I. 1697 100 Ducaten, dervr. Wallis 60 Pfund Sterling und eine goldene Kette füreine übersendete Predigt, Teissier für die Uebersetzung von Ccr-nitius Leben der brandenburgischen Kurfürsten 400 Thalerb);allein Künstler und Musiker mussten vielfach über die Rück-stände ihrer Besoldungen klagen*).
1) S. die Beiträge in Königs Berlin IH. S. Z7S. Da hieß esdenn: wer nicht französisch kann, der kömmt zu Hof nicht an.
2) Königs Berlin III. S. Z46.
Z) Königs Berlin Hl. S. 72. Vergl. Lüster didliotlteca Lran-üendurgica 1. I. p. Z14.
4) Wilken im Berliner Kalender v. 1.1822 S. 104 aus Königshandschriftlichen Actenauszügcn. Hierher gehört auch, was MorgensternStenzel Gcsch. d-Preußisch., Staats. Hl. - 15