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Wissenschaften. Bibliothek.
nealogie und Heraldik, P. Naude für Geometrie, P. A. Mi-cheli für italienische, I. Briand für Geographie und französi-sche Sprache'). Es mag die ganze Anstalt zu prächtig ange-legt gewesen sein und die Jugend zu sehr verwöhnt haben;sie verfiel bald wieder').
In Halle legte er auf Bitten der Gemeinde eine refor-mirte Schule (1700) an, verwandelte diese dann (1712) inein Llz'mnasium illustre und begabte es ^).
Wegen des großen Andrangs wurde (25. August 1708)verboten, Untüchtige zum Studium zuzulassen, weil das dar-über fast in Verachtung gerathen, indem Jeder ohne Unterschiedder Jngeniorum oder Eapacitat ftudiren und auf öffentlicheKosten unterhalten sein wolle; lieber sollten sie eine Professionlernen.
Für die königliche Bibliothek in Berlin geschah vcrhalt-nißmaßig viel. Ihre Einkünfte wuchsen durch die Vermeh-rung der ihr überwiesenen Dispensationsgelder im I. 1702bis auf über 1800 Lhaler, woraus indessen auch gegen 300Thaler an Besoldungen bestritten werden mussten. VielVerdienste erwarben sich um die Vermehrung, Anordnung undVerwaltung der gelehrte geheime Rath Ezechiel Spanheimund die Bibliothekare Beger und La Croze. So wurden vielezum Theil sehr kostbare gedruckte Werke und Handschriftenaus allen Theilen der gebildeten Welt erworben, hauptsächlichfür 12,000 Thaler die von Spanheimsche Bibliothek, fernerdie morgenlandischen Handschriften des Professor Rave unddie 46 Bande InkormsLioni politielie, die ein vcnetia-nischer Senator gesammelt. Die wissenschaftlichen Bestre-bungen des Auslands konnten dadurch schon sehr befördertwerden und Bayle nannte die königliche Bibliothek bereits
1) Nach den gleichzeitigen öffentlichen Ankündigungen jedes der Ge-nannten vermittelst besonderer Programme v. I. 1705.
2) Königs Berlin III. S. 159. Wahrscheinlich entstand aus ihrnach dem Lode des Königs die Anstalt des Directors Briand vor demfrankfurter Thore bei Berlin. Er gibt im I. 1713 in einem besondernProgramme an, daß sich in ihr bereits sechs russische Prinzen, sechs deut-sche und russische Grafen und mehrere Barone und Edelleute befänden.
3) Drcihaupts SaalkrciS Bd. II. S. 205.