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Buch V. Zweites Hauptstück.
euch dessen würdig, ich habe den Grund zu eurer Größe ge-legt, vollendet das Werk!"
Wir wissen nicht genau, wann sich die ersten bestimmtenEntwürfe zur Erlangung der Königskrone bei Friedrich HI.ausgebildet hatten und wann die ersten Schritte, um sie zuerreichen, gethan wurden. Schon im Mai des Jahres 1690verbreitete sich in Polen das Gerücht, der Kurfürst strebe nachder Krone ^). Es ist auch kaum zu bezweifeln, daß schonvon dieser Zeit an, obgleich ungewöhnlich geheim, darüberverhandelt wurde. Weil nach der damals wenigstens im rö-mischen Reiche noch geltenden Ansicht nur der römische Kaiserdas Recht hatte, die königliche Würde zu ertheilen, so lag Fried-rich IH., der, wie wir gesehen haben, schon als Kurprinz demKaiser ergeben war, Alles daran, diesen dafür zu gewinnen. Un-streitig, wenigstens zum Lheile schon daher, seit dem Anfängeseiner Negierung das feste Halten an dem Kaiser, daher diekräftige diesem gegen Frankreich geleistete Unterstützung, daherendlich noch die wenn auch zögernde Nachgiebigkeit bei derHerausgabe des Schwiebuser Kreises.
Die ersten Unterhandlungen wurden bis zum Jahre 1695höchst geheim von Eberhard von Dankelmann geleitet undhöchst wahrscheinlich wusste ausser dem Kurfürsten nur dieserund vielleicht sein Bruder in Wien etwas davon. Dann tratwegen der mecklenburg-güstrowschen Angelegenheit eine Span-nung mit dem Kaiser ein, welche erst nach Dankelmanns Falleauch durch Friedrichs HI. Nachgiebigkeit (1698) beigelegt wurde.Jetzt, allerdings wohl mit veranlasst durch die Erwählung desFriedrich HI. befreundeten August von Sachsen zum Königevon Polen, wurde der frühere Entwurf wieder ausgenommen,der Rath Bartholdi als Gesandter nach Wien geschickt unddie Angelegenheit lebhaft, doch auch wieder so geheim betrie-ben, daß wahrscheinlich ausser Kolb von Wartenberg keiner derbrandenburgischen Minister irgend etwas davon wusste. Un-is Worte Friedrichs des Großen in den lVIümoirss xorw servir i>i'llist. äe LrLnäendourA.
2) 2-eIusIei oxist. I. p. 1169. Buchholz IV. S. 228 gibtLas I. 1694, womit Wagners allgemeine Angabe übercinstimmenwürde. Vita I-eop. 1. II. x. 628.