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Buch V. Erstes Hauptstück.
kölner Erzbischofswahl mussten noch die Ansprüche der Her-zogin von Orleans auf den Nachlaß ihres Bruders, des letz-ten Kurfürsten von der Pfalz aus dem Hause Simmern Vor-wand geben, Ludwig XIV. ließ Truppen zur UnterstützungFürstenbergs in das Kölnische einrücken.
So gern-nun Friedrich HI., eben mit dem UnternehmenWilhelms auf den englischen Thron beschäftigt, den Friedenerhalten hätte, so weigerte er sich dennoch um den Preis derrückständigen, obwohl so ansehnlichen französischen Subsidienden Fürstenberg zu unterstützen, suchte vielmehr die Franzosenvon Besetzung des Kölnischen abzuhalten, weil er besorgte, eswerde dann mit der wichtigen Hauptstadt Köln wie frühermit Strasburg gehen. Er ließ in Paris vorstellen, daßdie Erzbischofswahl eine Reichshausangelegcnheit und dabeifremde Einmischung ungeeignet sei. Was denn König Ludwigsagen würde, wenn bei einer streitigen pariser oder lyonerErzbischofswahl der Kaiser entscheiden oder eine der Parteienmit den Waffen unterstützen wolle? Er erhielt die stolze Ant-wort, die Ehre und das Interesse des Königs gestatteten nichteine Beleidigung zu ertragen.
September Ohne zu zögern erklärte Ludwig dem Reiche den Krieg,1688 z^ei Heere in die'Pfalz einbrechen, bemächtigte sich der-selben bis zu den Eingängen des Schwarzwaldes, besetzte dieOctober Reichsstädte Kaiserslautern und Speier, bald auch Wormsund Heilbronn, belagerte und nahm Philippsburg und Hei-delberg. Der Kurfürst von Mainz öffnete den Franzosen ver-rätherischerweise seine Hauptfestung'), Fürstenberg besetztemit geworbenen Truppen mehrere kölnische Orte, der charak-terschwache Kurfürst von Baiern schwankte °), das von Frank-reich ausgcrciztc Dänemark wollte Hamburg und Lübeck anfal-len, Oberdeutschland stand offen, weil sich die Truppen derReichsstände in Ungarn befanden; so blieben hauptsächlich nurdie Protestanten Norddcutschlands zum Schutze des Reichsübrig. Diese waren aber auch ihrer Pflichten für das gemein-
1) kutenäork I. §. ZZ.
L) Wie nahe er daran war de» ihm gebotenen Lockungen zu erliegenund sich für Frankreich zu erklären, bezeugt Villars in seinen N6in. I.