Französischer Krieg.
21
same Vaterland wohl eingedenk, vor allen Friedrich III. Derzögerte selbst nicht und mahnte auch Kursachsen, Celle undHessen-Kassel auf: er habe beschlossen, Alles zur Erhaltungdes Reichs daran zu setzen; da er allein es nicht vermöge,hoffe er vorzüglich auf sie. Wolle der Sachse mit dem Hessennach der Wetterau ziehen, so wolle er mit dem LüneburgerKöln und den Niederrhein decken. Mit ganzer Kraft müssedie Sache angegriffen werden und man sich mit den treulosenFranzosen nicht in Unterhandlungen einlasscn. Johann Georgvon Anhalt-Dessau, der wackere patriotische Oheim Friedrichs IH-,fügte, den Kurfürsten von Sachsen ermunternd, hinzu: beieiner solchen Gefahr müsse man mehr auf das allgemeine Beste,als auf augenblickliche vom Feinde etwa gebotene Vortheilesehen i). Friedrich III. suchte auch Karl Xl. von Schweden vondessen Bunde mit Frankreich zu trennen. Er bewog denKaiser und die Seemächte dem Minister Grafen Oxenstiernaeinen Jahrgehalt von 20,000 Thalcrn auszusctzen, die, umnicht Verdacht zu erregen, der Gemahlin desselben überreichtwurden ^).
Der Kurfürst von Sachsen war auch wirklich, obgleichsein Kurprinz sich noch in Frankreich befand, sofort bereit undschickte eilig 7000 Mann, zu denen Friedrich III. 2000 Mannstoßen ließ, nach Frankfurt am Main, dann vereinigten sichbeide Kurfürsten mit dem Herzoge Ernst August von Hannoverund dem Landgrafen von Hessen-Kassel in Magdeburg dahin: 12. Ocl.daß sie, eingedenk ihrer Pflichten gegen das Reich, in welches 1688die französischen Heere ungebrochen, und um ihren MitfürstenBeistand zu leisten, zur gewünschten Vertheidigung des Vater-landes und der Glieder desselben ihre Truppen wollten binnendrei Wochen zwischen Gießen, Marburg und Wetzlar 21,000Mann stark zusammen stoßen lassen. Die Generalstaaten soll-ten dazu 20,000 Mann stellen^).
Unterdessen hatte Friedrich III. bereits 6200 Mann unterden Generalen Schömberg und Grumbkow an den Niedcrrhein
1) kuksnäork I. Z. ZZ.
2) Aus Gundling, Wilkcn im Berliner Kalender v. 1822, S. 22.
3) kuksnäork I. Z. 36.