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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Ludwig XIV.

das nicht anstößig, die Papste aber, wenigstens eben so sehrmit ihren besonderen politischen Interessen als mit den allge-meinen der Kirche beschäftigt, pflegten dazu aus sehr weltlichenRücksichten, ungeachtet aller entgegenstehenden Kirchensatzungenihre Einwilligung zu geben.

Ludwig XIV. hatte es nun aller Gegenbemühungen desKaisers und der Holländer ungeachtet glücklich durchgesetzt, daß JanuarWilhelm von Fürstenberg zum Coadjutor des von diesem völ- 1688lig geleiteten Erzbischofs erwählt wurde, Oesterreich dagegen be-wirkte, daß der gegen Ludwig XIV. gestimmte Papst Jnno-cenz XI. diese Wahl nicht genehmigte. Als bald darauf der S. JuniErzbischof starb, wurde durch thätige Mitwirkung Friedrichs III. 1688die Erwählung Fürstenbergs in Hildesheim, Münster undLüttich hintcrtrieben'). In Köln dagegen, wo die Erbitterungder Mitglieder des Capitels so hoch stieg, daß der Graf Kau-nitz den Fürstenberg in der Versammlung einen Landesverrä-ther schalt, wählte diesen dennoch der größere Theil des Capi-29. Juli,tels, die Minderzahl dagegen den Prinzen Clemens, Bruderdes Kurfürsten von Baiern. Diesen siebzehnjährigen Prinzen,der bereits zwei Bisthümer hatte, bestätigte der Papst und dasReich nahm ihn an ^), vorzüglich durch Oesterreich bewogen, dasdadurch den Kurfürsten von Baiern noch einmal von Frank-reich ab auf seine Seite zog. Beide Parteien liessen ihreRechte durch Gelehrte weitläufig ausführen, doch kam esnicht darauf an, sondern was den Mächtigen vortheilhaft schien.

Ludwig XIV. war zum Aeusscrsten entschlossen, erstens, umdurch die Behauptung Fürstenbergs auf dem kurfürstlichenStuhle von Köln seinen Einfluß in Deutschland zu bewahren,zweitens, weil die deutschen Fürsten, was sie im Waffenstill-stände vom I. 1684 ihm auf zwanzig Jahre gelassen > nichtdurch einen Friedensschluß auf immer abtreten wollten. Erbeeilte den Krieg gegen das Reich, damit nicht vorher Oester-reich durch seine Siege die Türken zum Frieden nöthige, zu-gleich hoffte er wohl auch, die deutschen Fürsten von etwaigerUnterstützung Wilhelms von Oranien abzuhalten. Ausser der

1) kukenäork I. §, 11 —13.

2) Bergt, a. a. O. §. 15 ff.

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