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Buch V. Erstes Hauptstück.
für ihn und beschwichtigte sogar die Gewissensscrupel des ängst-lichen Kaisers durch die Vorstellung, König Jakobs Unterneh-men gegen den Protestantismus in England werde nicht zumVorthcile der katholischen Kirche unternommen, sondern umdie Universalmonarchie Frankreichs zu gründen '). Das warder empfindlichste Punct für das Haus Oesterreich. Die Rüstun-gen Wilhelms und der mit ihm verbundenen deutschen Fürstenwurden durch die von Frankreich in Deutschland angefan-genen Handel verdeckt, wenn sie auch nicht völlig unbekanntblieben.
Ludwig XIV. bemühete sich fortwährend seine Partei un-ter den deutschen Fürsten zu verstärken und theils die eigeneMacht auf Kosten Deutschlands zu erweitern, theils dieses sozu spalten, daß cs seinen ehrgeizigen Entwürfen nicht hinder-lich sein könnte. Der Herzog von Hannover war mit ihm ver-bündet, doch ohne persönliche Hingebung. Friedrichs III. Nei-gung zu Oesterreist) war in Paris nicht unbekannt, man dachteindessen wohl noch ihn umzustimmcn. Den charakterschwachenKurfürsten von Baiern hoffte Ludwig XIV. (doch jetzt nochvergeblich) zu gewinnen. Zunächst wendete er alle Mittel an,den ihm völlig ergebenen Cardinal Wilhelm von Fürstenbcrg,Bischof von Strasburg, auf den erzbischöflichen Stuhl vonKöln an die Stelle des Kurfürsten Maximilian Heinrich, zu-gleich Bischofs von Hildesheim, Münster und Lüttich zu brin-gen, dessen Tod nahe bevorstand. Damals wurden die ein-träglichsten und wichtigsten Bisthümer, auch wohl wie in die-sem und vielen anderen Fallen mehrere, ja vier bis fünf zu-gleich, nicht im Interesse der Gläubigen oder der Kirche, son-dern mächtiger fürstlichen Familien und einzelner Prinzen der-selben verliehen, für die man dann nicht weiter zu sorgenhatte. Die übrigens sehr frommen katholischen Fürsten fanden
1) voll ns, Mm. I>. 78 aus den von seinem Großvater hintcrlas-scnen Papieren. Die Königin Christine war Vermittlerin, sagt vuken-äork I. 69 und K I?. türamori lüstormo lbHäerici I. lra^montum,in dm Opusculis lüstoriam Mrcllicam illustrant Stück 8—9, x>. 21.Daß der Papst unmittelbar an Wilhelm III. geschrieben, glaube ich auchnicht. Ranke's Zweifel (Päpste Th. III. S. 171, Mmcrk. 2) betreffennur die Form, rücksichtlich deren er sicher Recht hat, nicht die Sache.