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Buch V. Erstes Hauptstück.
liche als gutgesinnte Kurfürst war darüber, wie er dem Für-sten Leopold von Dessau schrieb, ungemein erfreuet: weil erdadurch den alten Grund, worauf des Hauses Macht undAnfehn so lange her geruhet, von Neuem befestigt und dasWand der Natur mit seinen Brüdern von Störungen be-freiet hatte.
Der Kaiser erkannte indessen die Reverse der Markgrafennicht eher an, als er den schwiebuscr Kreis zurück erhaltenhatte. Dieser Gegenstand war bald nach des Kurfürsten Re-gierungsantritte vom österreichischen Hofe in Anregung gebrachtworden, welcher auch behauptete, Friedrich HI. habe seinen alsKurprinz gegebenen Revers (v. 28. Febr. 1686), durch wel-chen er sich gegen eine verhaltnißmäßig geringe Summe Gel-des zur Rückgabe des schwiebuscr Kreises verpflichtet, alsKurfürst von Neuem, wahrscheinlich mündlich, anerkannt. Dadiese Angelegenheit vom Kurprinzen sehr geheim, ohne Zuzie-hung der Minister seines Vaters und überhaupt auf nicht rechts-verbindliche Weise behandelt worden war, so hatten ihm erstnach seinem Regierungsantritte seine.Rathe zeigen können, daßer ohne sein Wissen betrogen worden und es besser sei, denganzen Vertrag und das Bündniß seines Vaters mit Oesterreich(v. 22. Marz 1686) aufzugeben, als den Revers zu erfüllen.Er verlangte deshalb (1690) den ihm hinterlistigerweise ab-gelockten Revers zurück, allein der kaiserliche Hof verweigertedie Herausgabe. Vergebens waren alle Bemühungen Dankel-manns, der Kaiser gab nicht nach und wollte sofort vonSchwicbus Besitz ergreifen, Friedrich dagegen das Land haupt-sächlich auch deswegen behalten, weil es ihm sehr leid that,zwanzigtausend Protestanten der wenig toleranten kaiserlichenRegierung aufzuopfern. Der kaiserliche Hof bot Geld, Fried-rich lehnte es ab und verwarf die Gültigkeit des ihm betrüge-rischerweise abgelockten Reverses, weil er als Kurprinz beiLebzeiten seines Vaters keine rechtmäßige Gewalt gehabt: wel-cher österreichische Minister es denn zugeben werde, daß der Sohndes Kaisers bei dessen Lebzeiten solche Verpflichtungen eingehe?Freitag habe ihm nichts von den Ansprüchen gesagt, die seinVater in dem geheimen Vertrage aufgegebcn, sondern nur,