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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Testament des großen Kurfürsten. 11

und ihr ausser anderen Bortheilen, und Nutzungen jährlich30,000 Thalcr aussetzte. Sie starb indessen bald nachher(16- August 1689), was dem Kurfürsten unstreitig den Ver-gleich mit seinen Brüdern erleichterte, obwohl erst nach vielenBemühungen und nach Ueberwindung mehrfacher ihm vomkaiserlichen Hofe auf nicht sehr ehrenhafte Weise erregten Schwie-rigkeiten, indem dieser sich weigerte, das Testament des großenKurfürsten auszuliefern, wenn nicht alle Interessenten förm-lich darum einkamen, was, wie man wohl wusste, nicht geschehenwürde, weshalb denn auch Friedrich III. sehr klug davon abstand.

Da nun das Haus Oesterreich, man kann sagen vomJahre 1686 bis 1740 fast ununterbrochen in enger Verbindungund Freundschaft mit dem Hause Brandenburg stand und, wiewir sehen werden, mehrfach auf ähnliche Weise gegen dasselbe han-delte, so wird man darüber sich nicht wundern können, wennauch dieses seinerseits nicht immer zu streng gewissenhaft beiVerfolgung seiner Interessen war. Wir lernen daraus, wiedamals Verbündete und Freunde miteinander verfuhren. Esist auch natürlich, daß Oesterreich den thätigen Emporkömmlingmit Eifersucht betrachtete, und ebenso, daß dieser sich dadurchnicht hindern ließ, aufwärts zu streben.

So gelang es denn dem Kurfürsten, besonders durch Ver-mittelung seines Schwagers, des Herzogs Moritz Wilhelm vonSachsen-Zeitz, sich mit seinen Brüdern aus der zweiten Ehe Z. Märzzu vertragen, welche, da sie für das Erstgeburtsrccht, die 1092Macht und den Glanz des kurfürstlichen Hauses, aus welchementsprossen zu sein sie für das höchste Glück und höher als ihrLeben halten, höchlichst portirct, mit ausdrücklicher Anerkennungder Grundgesetze des Hauses feierlich und förmlich auf die ih-nen im letzten Testamente ihres Vaters zustehenden Ansprüchefür sich und ihre Erben verzichteten und dafür ausser anderenVortheilen und Nutzungen, der älteste 24,000 Thaler, jederder beiden jüngeren 12,000 Thaler jährlich auf bestimmte Do-mainenamter verschrieben erhielten'). Der persönlich so recht-

1) Großentheils Worte des mir durch den um preussische Geschichteverdienten Herrn Rödenbeck handschriftlich mitgctheiltcn ungcdruckten Ver-trags, aus welchem schon Buchholz LH- IV. S. 184 einen wichtigenAuszug gab.