Druckschrift 
3 (1841) Von 1688 bis 1739
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10

Buch V. Erstes Hauptstück.

Die Gültigkeit des letzten Testaments seines Vaters ließer von sammtlichen Mitgliedern des geheimen Raths untersu-chen und stieß cs demgemäß um, weil es den Grundgesetzendes Hauses, namentlich dem Testamente des Kurfürsten Al-brecht Achilles (v. I. 1473) und den gerauischen Hausvertra-gcn (v. d. I. 1598 und 1613) entgegenlaufe und das in ih-nen enthaltene ernstliche Verbot aller Zcrtheilung von Land undLeuten, worauf die Macht und der Glanz des kur- und fürst-lichen Hauses Brandenburg einzig und allein gegründet und überzweihundert Jahre als Grundgesetz heilig und unverbrüchlich beob-achtet worden, mit einem Male über den Haufen werfe. Die-ser hier offen ausgesprochene. Grundsatz gibt die allgemeineRichtung der Handlungsweise aller Regenten Preußens seitdem großen Kurfürsten, ja fast aller Hohenzollern in Branden-burg deutlich an. Die Größe und der Glanz des Hausessind cs, in denen jeder von ihnen sein Glück findet, wofür erOpfer bringt und nach augenblicklichen Abweichungen wiedereinlenkt. Seit sie,in die weiteren Kreise der größeren Staa-ten getreten sind, seit ihnen, was im Norden wie im We-sten geschieht, nicht mehr gleichgültig sein kann, oft wichtig ist,seitdem richten sie ihr Augenmerk sorgfältiger auf das Werk-zeug der Größe und des Glanzes ihres Hauses, auf den Staat,sie suchen ihm jede mögliche Vervollkommnung zu verschaffenund ebenso jeden möglichen Nutzen aus ihm zu ziehen. Dasist der preußische Staat mit seinen Fürsten!

April Dann verglich sich Friedrich III. mit seiner Stiefmutter,

10^0 sicher er, ohne unwürdiger Rachsucht Raum zu geben, aufDunkelmanns Rath, mit aller schicklichen Ehrerbietung begegnete ß

stcndc Eid von dem des Deutschen wenig kundigen polnischen Bevollmäch-tigten undeutlich und leise, daher von wenigen der Anwesenden nachgc-sprochcn. Lcngnich Preußen unter Johann III. S. Z02. Jeder derpolnischen Gesandten erhielt 8000 Lhlr.; sie verlangten 30,000 Lhlr., soviel war früher während der Lchnshcrrschaft entrichtet worden, doch erhiel-ten sie weiter nichts, knlenüork III. Z. 24.

1) S. den Brief Friedrichs III. an seine Stiefmutter und deren Ant-wort v. Juni 1689 in Schönings Leben Natzmers S. 99. In derSchrift: Fall und Ungnade zweier Staats-Minister, S. 9 wird es alsDankclmanns Verdienst gerühmt, daß er den Frieden in der kurfürstlichenFamilie hergcstcllt und Friedrich mit seiner Stiefmutter ausgesöhnt habe.