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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Friedrichs Hl. Regierungsantritt. 9

durch warme Verwendung für diese kund gab. Wenn das ei-nerseits gegen die Politik des katholischen Oesterreich verstieß, sowaltete doch auch dort der gemeinschaftliche Haß gegen Frank-reich und Ludwig XIV. vor. In der Wahl zwischen zwei ka-tholischen Machten, Frankreich und Oesterreich, ergriff er nichtdie Sache derjenigen, welche allerdings für die Vermehrung derMacht seines Staats, wenn auch nur ihres eigenen Vortheilswegen, die geeignetste war, sondern derjenigen, die seinem va-terländischen Herzen naher, mit welcher er bereits verbundenwar, dann auch zur Erreichung seiner eigenen Zwecke die nütz-lichste und endlich seinem Protestantismus am wenigsten hin-derlich schien.

In den nordischen, so verwickelten Verhältnissen hielt ersich möglichst parteilos und suckte, soviel er vermochte, denFrieden zwischen den protestantischen Mächten zu erhalten, warpersönlich mehr für August von Sachsen und Friedrich vonDänemark, als Fürst, Protestant und wegen seines ältern Bünd-nisses für Schweden, musste indessen den Umständen nachge-ben, die er bei unzureichender und anderweitig durch seineBündnisse mit Oesterreich gegen Frankreich beschäftigter Machtnicht leiten konnte.

Gleich nach dem Tode seines Vaters in Potsdam wurdenhier auf Befehl des nunmehrigen Kurfürsten alle Brücken beider Stadt aufgezogen, alle Thore gesperrt, in Berlin alle Thorebis zu seiner Ankunft geschlossen und sämmtliche Truppen fürihn beeidigt, den fremden Höfen, auch dem Zaar Peter I. seinRegierungsantritt besonders angezeigt '). Dann ließ er sichzuerst in der Kurmark, hierauf gelegentlich in großen Zwischcn-> räumen, persönlich, wie es gewöhnlich war, in den zehn Haupt-orten der übrigen Provinzen huldigen'). Hierbei und bei demfeierlichen Leichenbegängnisse seines Vaters zeigte er schon seinegroße Neigung zu ausserordentlicher Pracht und seine Vorliebe fürglänzende Ceremonien in einem früherhin unbekannten Maße').

1) ?ukenckork I. §. 2.

2) In Pommern und Ncumark erst im I- 1699.

3) Pauli V. S. 358 374, aus den damals öffentlich bekanntgemachten Beschreibungen. Bei der preussischen Huldigung in Königsbergwurde der wegen des künftigen Rückfalls der Provinz an Polen zu lei-