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3 (1841) Von 1688 bis 1739
Entstehung
Seite
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6 Buch V. Erstes Hauptstück.

zen schon bei Lebzeiten des Vaters, der jedoch in den letztenJahren sich ebenfalls von Frankreich entfernte, für Oesterreichgewonnen, dessen Gesandter, der Baron von Freitag, ihn auchauf sehr unehrcnwerthe Weise unter dein Vorwände, die nach-thciligen Bestimmungen des väterlichen Testaments zu beseiti-gen, zu dem geheimen Versprechen bewog, den vom Kaiser demgroßen Kurfürsten abgetretenen schwiebuser Kreis nach diesesTode wieder Herausgeber! zu wollen.

Die Gemahlin des Kurprinzen war von diesem, mankann sagen in jeder Beziehung, so verschieden, daß sie wohlnie einen so ausgedehnten Einfluß auf ihn gewann, als manerwartet haben mochte. Jedenfalls wurden jedoch durch dieseEhe die Verhältnisse des brandenburgischen Hauses zum hanno-verischen'freundlicher, konnten indeß, seit dem Emporkom-men beider Staaten, durch gegenseitige Eifersucht, dann nochlänger durch die persönliche gegenseitige Abneigung ihrer Für-sten nie recht innig werden ^).

Die Gesinnungs- und Handlungsweise Friedrichs III. inreligiöser und selbst rein menschlicher Beziehung schildert unsein Vorfall aus dem Anfänge seiner Regierung (1090). Da-mals lebte man in Berlin am Hofe sehr heiter. Der jungeprachtlicbende Kurfürst eilte von Vergnügen zu Vergnügen, einFest folgte schnell dem andern. Das Lästige der später so stei-fen Etikette war, vielleicht durch den Einfluß der Kurfürstin,welche möglichst große Ungezwungenheit in der Gesellschaftliebte, noch weniger bcmerklich. Bei einer, den damaligenGeistlichen ohnehin sehr anstößigen Maskerade scheint das Maßdes Schicklichen doch so weit überschritten worden zu sein, daßdarüber viel gesprochen wurde. Der Hofprediger Cochius, einstrenger Mann, der nicht glaubte, nur die leichte Pflicht zu ha-ben, Alles was der Fürst that oder gestattete, höchlichst zu lo-ben, suchte dem Kurfürsten mündlich Vorstellungen zu machen,aber die Hofleute, welche das vermutheten, verhinderten seineVorlassung. Als Cochius das sah, predigte er am nächstenSonntage in Gegenwart des Kurfürsten sehr scharf gegen das

1) Lrman ülemoirss paar Server a l'Iüstoirs üe Lopkis Lb-er-lotto etc. Lerlin 1801, enthalten alles bis jetzt über diese FürstinBekannte fleißig gesammelt.