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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Friedrich III. als Kurfürst.

Betragen des Hofs. Der Kurfürst nahm das so übel, daß er,gegen seine Gewohnheit, nach der Predigt den Hofprcdigcrnicht anredete und unzufrieden äusserte:Warum kommt ernicht zu mir, anstatt öffentlich so großen Lärm zu machen?"Auf die Bemerkung des Grafen Dohna: Cochius könne das jawohl versucht haben, bedachte der Kurfürst, daß der Hofpredi-gcr doch seine Pflicht gethan und achtungswerther sei, als die-jenigen, welche selbst die Kanzel durch Schmeicheleien nur ver-mehren. Er ließ ihm daher mit vielen Dankbezeigungen 600Thalcr und die Anwartschaft auf eine einträgliche Stelle fürseinen Sohn durch einen angesehenen Hofbeamteten zustellen.Dieser übergab beides an Cochius und nahm, ohne den Auf-trag dazu erhalten zu haben, die Gelegenheit wahr, ihn zu er-mahnen, sich künftig in seinen Predigten etwas mehr zu mä-ßigen. Der ehrliche Hofprediger erwiederte sogleich:Eher mögeGeld und Amt daraus gehen, als ich ein pflichtvergessener stum-mer Hund werde"; damit warf er beides hin und eilte fort.Der Hofbcamtete hatte große Mühe, ihn zurückzuholcn undmit tausend Entschuldigungen zu bewegen, Geld und Patentohne Bedingung anzunebmcn ').

Es sind nun zwei Gegenstände, die Friedrich III. währendseines Lebens mit Ausdauer verfolgte, erstens, Erhöhung seinesAnsehns, dann Unterstützung des Protestantismus. So oft esbei den verwickelten Staatsverhältnissen auch unmöglich wurde,bei den zu fassenden Entschlüssen beide Zwecke zu vereinigen,so oft auch der eine gegen den andern zurücktreten musste, sokann man doch sagen, daß er keinen von beiden je ganz ausden Augen verlor.

Die Erhöhung seines Ansehns suchte er durch Vergröße-rung des Glanzes, mit dem er sich umgab, und durch Ver-mehrung seiner wahren Macht zu bewirken. Wenn nun auch,der Eigenthümlichkeit des Fürsten gemäß, das Streben nachGlanz vorherrschte und dem Scheine selbst nur zu oft Wesent-liches geopfert wurde, so geschah das doch nicht durchaus, viel-mehr bemerkt man in seiner Haltung bei der oft sehr schwicri-

1) voll ns, Llömoires x>. 155. Das Andenken der Schmeichler magverschwinden oder verachtet werden, das des Ehrenmannes im ehren-vollen Andenken bleiben.