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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Friedrichs HI. Jugendjahre. 5

feierlichem Orgelspiele, auf einem großen Stuhle sitzend, rechtsdas Schwert, links das Crucisix auf sammtencm Kissen, unterBeobachtung aller Förmlichkeiten, angesehene Hofleute zu Rit-tern seines Ordens, bewarb sich auch, sechzehn Jahre alt, sehrnachdrücklich bei dem Könige Karl H. von England um denHosenbandorden, um den er seinen Vater fast beneidete ').Diese Neigung zum aussern Glanze, das Wohlgefallen an feier-lichen Förmlichkeiten und die eigene eifrige Theilnahme an derAnordnung aller möglichst prunkenden Hoffeierlichkeiten freudi-ger und trauriger Art, erhielt sich bei ihm sein ganzes Lebenhindurch ungeschwacht.

Höchst wahrscheinlich seit der große Kurfürst sich (1681)geheim an Frankreich angeschlossen und dahin auch das von ihmwohl zum großen Nachtheile seiner Kinder erster Ehe (29. Ja-nuar 1680 errichtete, 18. Mai 1681 vollzogene) Testamentgeschickt hatte, neigte sich der Kurprinz zu Oesterreich hin. DieseRichtung wurde sicher noch bestimmter durch seine Vermahlung(1684) mit Sophie Charlotte, der Tochter Ernst Augusts vonHannover. Dieser suchte durch den Beistand des Kaisers, demer sich deshalb völlig ergeben zeigte, die Kurwürde zu erhalten,hatte aber keine Aussicht, seine Entwürfe gegen die braunschwei-gische altere Linie seines Hauses und die übrigen Kurfürstendurchzusetzen, so lange Brandenburg nicht für ihn gewonnenwar. Dem großen Kurfürsten trauete man nicht, wohl aberdem Kurprinzen ^), und es galt für einen Meisterstreich des in derhannöverischen Geschichte so berühmten Ministers Grote, daß erdiese Vermahlung durchsetzte, um durch den Einfluß der Prin-zessin den einstigen Widerspruch ihres Gemahls gegen die Kur-würde ihres Vaters zu beseitigen. So sehen wir den Kurprin-

1) Tagebuch Schwerins in Orlichs Friedrich Wilhelm!. S.611u.542.

L) kukenäork III. §. 17 sagt, der große Kurfürst habe seinenBeistand versprochen gehabt, obgleich das Haus Braunschweig der ärgsteGegner Brandenburgs gewesen. Diese Spannung dauerte doch noch ziem-lich lange. Im I. 1690 schickte Friedrich III. den Alexander von Dohnanach Schweden, um dieses vom Bunde mit Lüneburg abwendig zu machen:man habe im I. 1675 gesehen, wie das mit Bremen und Werden ge-handelt, cs wolle sich der Elbe bemächtigen, Hamburg und Lübeck unter-werfen u. s. w. kukonckor! III. §. 56.