Druckschrift 
12 (1824)
Entstehung
Seite
92
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was sie eigentlich wünschen, verschweigen Sie nichts, was Ihnenin Longwood Vergnügen mache» könnte.

Wegen der Provisionen an Wein, Caffee, Ocl u. s. w., wo-von ich in meinem Briefe sprach, antwortet man mir, das einebedeuterde Eendnng der besten Qualität hiervon bereits abgegan-gcn sei, sendet mir dabei das Verzeichnis- und sagt hinzu, daßauch Lord Holland seinerseits, auf Bitte der Prinzessin Borghese,ein Gleiches gelhan habe; auch hierüber habe ich eine Liste er-halten.

Meine Gesundheit ist unglücklicherweise noch eben so erbärmlichwie sonst,-ich sehe keine Erlösung und dicAcrzte verbieten mir durch-aus jede Arbeit. Ich bin !m Begriff in einige Bäder zu reisenund werde Ihnen demnach wohl in meinem nächsten Briefe mei-nen Abgang von Frankfurt melden. Ich habe hier Gelegenheitmehrere Verbannte zu sehen, die in dieser Stadt und deren Um-gebung einstweilen einen Anfluchtsort gefunden haben; man läßtsie von einem Lage zu dem andern ihre Aurückbcrusuug hoffen,die allgemeine Stimme verlangt diese, wie man ihnen schreibt.Man glaubt, das gegen dasj'Ende dieses Jahres alle Franzosendas Recht haben werden, in Frankreich zu wohnen. Die gegensie anSgenbte Strenge scheint sich übrigens nicht ans mich zn er-strecken. Die Gräfin von Las Cafes hat bei ihrer Rückkehr nachParis von alten Freunden meinethalben Rathschläge und Aner-bietungen in Menge erhalten. Sie haben sich auf das allersreuud-lichste becifcrt, derselben ihren Credit und ihre Bemühungen zu-zusichern. Allein Sie hat stets zur Antwort gegeben, daß ich ei-gentlich niemand bedürfte und auch wirklich nicht die Absicht hätte,irgend jemandes Wohlwollen auf die Probe zn stellen; ich hättemich selbst für einen heilige» und srommen Beruf verbannt undin der Lhat, mein Herr Groß-Marschall! giebt es auch vonnun an kein andres Vaterland, so lange Sie sich dort befinden,wo Sie sind und nur das einzige Interesse für mich, daß nämlichmeine Bestrebungen, meine Treue und mein Eifer Ihnen einigenTrost und Nutzen, oder doch einige Annehmlichkeit bringen mögen.Bis dahin irre ich in der Welt umher; Uiberall, wohin es seynmuß, trage ich die Phpsivnomie meiner Schmerzen und meinerSorgfalt. Erhalten Sie auch mir Ihr wohlwollendes Andenken,geben Sie mir den Trost, daß unsre Gedanken sich zuweilen kreu-zen und anötauschen. Geduld und Muth, so heißen die beidenersten Hcldentngcnden und wer weiß wohl besser als ich, daßSie iusgcsammt dieselben üben? Leben Sie wohl! ich umarmeSie u. s. w.

Ter Graf von Las Cascs.