Druckschrift 
12 (1824)
Entstehung
Seite
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meinem nächsten Briefe hoffe ich Ihnen von den Ihrigen etwassagen zu können, obschott sie sich so weit entfernt von der Haupt-stadt befinden

Alle Glieder der kaiserlichen Familie befinden sich sehr wohl.Ich habe seit meinem letzten Briefe Nachrichten von einem jedenderselben erhalten und sie werden mich in den Stand setzen Ihnenregelmäßig in jedem Monate Kunde von selbigen zu geben. Allefolgen dem Kaiser mit ihren Wünschen und leben nur in ihm.Die mchresten waren bis jetzt ganz ohne Nachricht von ihm ge-blieben. Das Wenige, was durch mich nun an sie gelangen konn-te, war ihnen von großem Werthe und sehr lieb. Um dem so na-türlichen Interesse, welche diese an ihm nehmen und ihrer Zärtlich-keit Genüge zu leisten, will ich die englische Negierung bitten, mir,sobald sie Nachrichten ans St. Helena erhält, den Gesundheits-Zustand des Kaisers wissen zu lassen- Ich werde im Namen derganzen zahlreichen Familie diese Gunst »achsuchen, und ich hoffe,daß man sie bei der Innigkeit, womit ich bitten werde, nicht Ab-schlägen wird.

Der Prinz Iervme erzeigte mir die Ehre an mich zu schreiben-Er sagt: daß nur die Bedingungen die man ihm für seinen Brief-wechsel vorgeschrieben habe und die tiefe Ehrfurcht, welche er fürseinen erhabenen Bruder, den er als seinen zweiten Vater be-trachte, stets hegen werde, ihn bewegen könnten, ihm nicht selbstzu schreiben und sein ganzes Daseyn ihm zu Füßen zu legen-Wcnn sich die Lage des Kaisers im künftigen Jahre nicht gebesserthaben sollte, so ist sein Vorsatz, sich von der englischen Regierungdie Erlaubniß zu erbitten, mit seiner Gemahlin und seinem Soh-„c nach St. Helena zu gehen, weil er glaubt, daß dann kein ver-nünftiges Bedenken mehr gegen diese Reise obwalten könne. DieKönigin theilt mit ihrem hcldcnmüthigen und erhabenen Sinne dieseGesinnung und hat gleiche Wünsche mit ihrem Gemahl.

Der Kardinal Fesch schreibt mir, in seinem und der KaiserinMutter Namen, daß sie die einzigen wären, welche keine Rück-sichten auf eigne Familie zu nehmen hätten und nicht fürchtendürsten denselben Unannehmlichkeiten znzuziehen. Ich soll michalso vor allen andern an sic wenden, wenn es darauf ankvmme,in etwas, worin cs auch nur scyn mochte, die schreckliche Lage desKaisers zu lindern.

Die Gräfin von Survilliers, die ich sehr oft zu sehen die Ehrehabe, und deren Verlangen immer nach St- Helena gehr, ist sehrkrank. Sie leidet viel und es ist in der That für ihr Leben zufürchten. Die Prinzessinnen, ihre Töchter, befinden sich sehrwohl.