Druckschrift 
12 (1824)
Entstehung
Seite
8
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Die Politik, jedes höhere Interesse, jeder Schaden und Nach-thcil, so schwer diese Dinge auch auf meiner Seele lasten, solljetzt durchaus außer Betracht bleiben. Nur Sorgen für das Häus-liche ei-fnllen in diesem Augenblicke meine ganze Seele.

Ich bitte daher Ew. Majestät demüthig. — so wie ich bereits.Höchst Dero hohe Alliirte gebeten habe *), um gnädigste Protek-tion des Gesuchs, welches ich an die englische Negierung richte,daß selbiges mir nämlich gestatten möchte, nach Vorschrift undGesetz, den berühmten Gefangenen, zu London einige moralischeGenüsse und körperliche Erleichterungen ans solche Weise zu ver-schaffen, daß ich niemand dabei lästig werben will.

Sire! was ich bitte ist eine unschuldige, natürliche, einfacheGunst, der wohl nichts entaegenstehen kann und ich habe in derLbat einen gerechten Anspruch darauf Ew. Majestät darum anzu-gehcn, da sie Ihrem Herzen durchaus nicht fremd sepn kann.

Als Ew. Majestät die Bewachung und die Hart des Gefange-nen andern überließen, haben Höchst Dieselben doch gewiß dasRecht nicht aufgcgcben, diejenige Achtung und Aufmerksamkeit zusodern, welche man seiner geheiligten Person schuldig ist — ,,»dals Ew- Majestät auf jede politische Einmischung verzichteten, ha-ben Sie doch nicht zugleich sich selbst ein Hinderuiß in den Weglegen wollen, zu solchen Tröstungen beizutragen, wie Ihr eigen-thümliches Gefühl sie billigen und' zu den Leidensmilderungcn,welche niä-t gegen den Hauptzweck streiten mochten.

Es vergehet Sire! auf St. Helena kein Tag, da nicht in Ih-rem Namen dort lastende Ketten in Bewegung gesetzt werden.Könnten Sie jemals wollen, daß man daselbst diesen Namen nurdazu ausspreche, um sich bei den gehässigsten, unerträglichstenMaaßregeln der Strenge, ans denselben zu ln rufen?

Sire! derjenige, gegen welchen man diese Strenge übt, istder nämliche, den Sic lange Zeit Bruder genannt haben. Ihrkönigliches Herz kann das nie vergessen, es kann dabei nicht gleich-gültig bleiben. Ich berufe mich also, wegen einer so leicht zu be-willigenden Gunst, aus Ihr Mitgefühl, Ihre Erinnerung, Ihreeigne Würde. Ihr hochgesinnter Geist, Sire! hat sich zu sehr be-freundet mit der öffentlichen Moral und bei jeder Gelegenheit zugroßmüthig, zu zartfühlend erwiesen, als daß ich einen Augenblickan der Erfüllung meiner Bitte zweifeln könnte.

) Dergleichen Briefe waren, mit geringen, von individuellen Ver-Ilälrniffen, gebotenen Abänderungen, bereits an den Laster von Oester-reich und den Ksnig voll Preußen abgegangen.