Druckschrift 
Nachtr., 1 (1825)
Entstehung
Seite
30
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„Unter den braven Tribunen, welche nun auf den chemali«gen Direktor loszogen, zeichneten sich Arnoud de la Seine undCarion aus. Der Erstere ruft mit lauter Stimme: „Welch ein bö-ses Verhängniß waltet dock nur über unserm Kollegen, daß er einruhiger Zuschauer bei den Attentaten des Wohlfahrtauoschusscs ge-blieben ist, der ihn zu», Direktor macht, aber ohne die Mittel läßt,das Heil der Nation zu begründen! u. s. w." Carion-Nisas wider-legt ihn Punkt für Punkt; er gesteht, daß die Freiheit der Pressevcrnicktec, fügt aber hinzu, daß sie ein Unglück sei. „ Der BürgerCarnot, spricht er, rühmt sich, daß er sich dem lebenslänglichen Kon-sulate widersetzt habe. Nun ja, er hat eö gekonnt, er hat es ge-than, er ist im Besitze seiner Freiheit, seiner Ruhe geblieben unddiese Ruhe gereicht der Macht, unter deren Schutze er lebt, zurEhre." Zst es nicht sonderbar, daß ein Tribun cs Bonaparte zumVerdienst macht, daß er einen Tribun in Ruhe gelassen habe! —„Der Bürger Carnot, so fährt der Redner fort, widcrsetzc sichheute dem allgemeinen Wunsche. Man hört seine Meinung ganzfriedlich mit an und man wird ihm auch fernerhin wie bisher nichtszu Leide thun. Er sollte seine Fehler benutzen. Unter der demo-kratischen Regierung hat er geächtet und ist geachtet worden. Un-ter der gegenwärtigen genoß er die vollkommenste Freiheit. Er wirdwohl den Unterschied einsehen."

„Senat, Tribunat, Staatsrath, alle Welt ist beschäftigt, umNamen und Veränderungen auszudenken. Der Franzose sucht auchder ernsthaftesten Sache eine lächerliche Seite abzugewinnen und sohat man ein Derschen gemacht, das überall hingeschickt worden ist,das man an allen Orten erhalten hat und das auch mir am heuti-gen Morgen zukam:

Einladungskarte zum Begräbniß.

Verehrer unsrer Republik!

Zhr Schreier über Politik IGewiß, ich theile eure SchmerzenUnd lad' euch zum Begräbniß ein.

Ach! das entscklasne TöchlerleinTrug einen Kaiser unterm Herzen!

„Am allermerkwürdigsten ist die Art, womit man sich über dieSache äußert. Zeder fühlt ein unwiderstehliches Bedürsniß, seineMeinung darüber mitziitheilen. Man spricht und sprüht und end-lich erfolgt ein gcheimnißvolles Stille! Stillt! um sich Ver-schwiegenheit und Vorsicht zu empfehlen.