Druckschrift 
Nachtr., 1 (1825)
Entstehung
Seite
27
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Der Tribun Curse machte die desfallsige Motion ; Simeon, 2ou-den, Carion-Nisias und andere Tribüne waren mit ihm gleicherMeinung. Der letztere (Carion) bat hiernächst unterrhänigst um dieAbschaffung des Tribunals.

Sie halten'S für die größte Ehre,

Daß Ew. Gnaden sie verzehre!

Carnot verlangte das Wort, um gegen die Motion von Cure'e undConsorten zu sprechen. Man hatte schon vierzig Redner vor ihmeingezeichnet und da Tag und Grunde bestimmt ist, wenn die Er-örterung des Gegenstandes abgeschlossen seyn muß, so kann cs leichtgeschehen, daß er nicht gehört werden kann. Ware eS nicht Car-not, so möchte man sich versucht suhlen zu glauben, daß dies eineabgeredete Sache scl, um einen Beweis für die große Freiheitder Redner zu geben, allein wenn man sich erinnert, daß er sichauch als Gegner bei der Frage von dem lebenslänglichenKonsulate cinschreiben lies, so muß ihm wohl Glauben beige«messen werden. Es mag seyn wie ihm wolle, diese -Opposition wirdgewiß einen guten Eindruck machen. Heute Morgens wurde gesagt,cs sei tm Werke einen Adel.zu bilden und es würden alle-Offizierefür adelich erklärt werden. Da in den letzten Jahren der Monar-chie jeder, der Offizier werden wollte, von Adel seyn mußte, sowürde, wenn jenes Gerüchte Grund hätte, gerade das Gegencheilhiervon statt finden.

Folgendes ist in der Kürze die Geschichte jener Tribunats'sitzung, welche Epoche machen muß. Am 10. Floreal des Jahres12 kündigte der Präsident an, daß der Tribun Curse eine Motionbei dem Bureau niedergclegt habe, nach welcher darauf angetragenwerde, erstens den ersten Konsul Bonaparte zum Kaiser zu ernen-nen, zweitens die Erblichkeit in seiner Familie zu erklären und drit-tens alle Institutionen, die blos entworfen wären, definitiv zu be-schließen. Der Redner spricht dann, um seinen Vorschlag genauerzu entwickeln. Er schildert anfangs die Geschichte der Revolution;behauptet dann, daß die Veränderung in eine Dynastie gewünschtwerde, sucht zu beweisen, daß blos auf diesem Wege die Unsicher-heit der Zukunft gehoben werden könne und versichert endlich, daßjener Wunsch in der Armee und in der ganzen Nation allgemeinsei. Simeon nimmt hierauf das Wort und zeigt die Mängel desWahlsystems; er spricht von Institutionen die auf Trümmern er-richtet worden wären, von entarteten Menschen und endet mit derBemerkung, daß ja eigentlich nichts geändert werden, daß manvon der jetzigen Regierung zu der nämlichen Regierung übergebenwürde, waö ohne Zweifel so viel heißen sott, alS daß der neue Kaiser