Alles was von ihr gesagt wird, kommt mit der Wahrheit genauüberein, nur die strafbare Gefälligkeit des damaligen Artillerie«Ge»ncrals muß davon ausgenommen werden, wenn anders Frau vonThurot der Wahrheit treu geblieben ist. Sie hat die vom Herrnvon L. C. erwähnte Geschichte oft mit ganz andern Umständen er»zahlt. Nach ihrer Angabe hatte sie oft gewünscht, ein Gefecht aneinem sichern Orte mit ansehen zu können. Der General versprach,ihr bet der ersten Gelegenheit Nachricht davon zu ge-ben. Er chat cs auch wirklich; aber erließ nicht ihr zu Liebeangrcifcn *) und Frau von Thuroc, die so ungeduldig war, daßdiese Gelegenheit gar nicht kommen wollte, verlor doch, als sie sichendlich zeigte, alle Lust noch einmal dabet zu seyn. ES war dasGefecht bet Loano, wie sie versichert, wobei der General Dumcr-bion am 3- 2uli 1794 viertausend Piemontescr in die Flucht schlug.Vielleicht hatte sie bei ihrer abgeänderten LeSart besser alS unserGeschichtschreiber den Ruhm ihres Geliebten im Auge, obschon letz-terer nicht beschuldigt werden kann, daß er dessen Glanz zu verdun-keln beflissen gewesen wäre. Dem sei nun wir ihm wolle, wennman ihm bet der Thatsache Glauben beimißt, so muß man eS auchbei der Reue Napoleons und den Vorwürfen die er sich hierübermachte. Noch eine andere Begebenheit verbürgt die Acchthcic der-selben. Bet der vorgcspicgelten Landung in England und der Ein-schiffung der Armee, (womit wirklich der Anfang gemacht wurde)manöuvrirte die Flotte vor Boulogne und es trennten sich dann undwann einzelne Schiffe von der englischen/ entweder um uns zu ob«serviren, oder um sich einen Spaß mit uns zu machen. Eine derSchwestern Napoleons hatte ein gleiches Lüstchcn wie Frau vonThurot und begab sich, um es zu befriedigen, auf ein Schiff. Ihrzu Gefallen begann der Angriff; allein da dabei nichts gehörig be-rechnet war und man auch gar nicht wollte, daß cs Ernst damitwerden möchte, obschon man bet der Vcrtheidigung bittern Ernstbewies, so jagten uns die Engländer zurück und wenig fehlte, sowäre die Prinzessin gefangen worden. Napoleon schalt den Admi-ral und behandelte seine Schwester sehr hart. Er sagte ihr, manmüsse nie mit Menschenleben spielen; cs sei ein abscheuliches Ver-brechen, cs ohne Noch in Gefahr zu bringen.
') An de», Gefechte bei Lrano, wenn eS dieses wirklich gewesen ist,sind wohl die schönen Angen der Frau von T. nicht Schuld ge-wesen.