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Nachtr., 1 (1825)
Entstehung
Seite
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ung, weil man sie von ihm forderte. Erschüttert durch die Much,losigkeit seiner alten Waffcngefährten, zu Boden gedrückt durch denAbfall seines ältesten Freundes, betrogen in seinen Neigungen, inseinen Hofnungeu, sieht er jetzt schmerzlich die Menschen in ihrer ^eigentlichen Gestalt. «Seit einigen Tagen scheint ihn ein geheimesVorhaben zu beschäftigen. Sein Geist lebt nur in dem Rückblickeauf die Trauerscenen der Vorzeit. Der Gegenstand seiner vertrau«lichsten Gespräche betrifft den freiwilligen Tod, den die größten Män-ner des Alterthiimö ln einer der seinigen ähnlichen Lage, ohne ZS«gern gewählt harren. Man hört wie er mit Unruhe und doch mitkaltem Blute die widersprechendsten Beispiele und Meinungen zer«gliedert. Plötzlich wird in der Nacht vom 12. zum 13. (April1814) die Stille der langen Schloßvorsäle durch häufiges Hin« >und Herlaufen gestört. Die Bedienten gehen auf und ab, die Ker-zen der innern Gemächer werden angezündct. Die Kammerdiener 'sind auf den Beinen — man klopft an die Thüre des DokrorsDvan, man eilt, den Großmarschall Bertrand zu wecken; man ruftden Herzog von Vicenza herbei, man verlangt den Herzog vonBassano, der in der Kanzlei bleibt. Alle kommen und werden nachund nach in das Schlafzimmer einaeführt. Umsonst lauscht die ^Neugierde mit gespitzten Ohren. Sie vernimmt nur Seufzen und ^Schluchzen, das von der Antichambre aus sich den Dorsälen mit.theilt. Plötzlich kommt der Doktor Dvan heraus, läuft eiligst hin«unter in den Hof, besteigt dort ein am Schloßgitter bereit stehendesPferd und fliegt im Galop davon. Die schwärzeste Finsterniß be« ideckt das Gehcimniß dieser Nacht mit ihrem dichten Schleier."Hier ist was davon gesagt wird.

„Zur Zeit des Rückzugs von Moskau halte sich Napoleon dasMittel verschafft, in einem unerwarteten Falle nicht lebendig in dieHände des Feindes zu gerathen. Sein Wundarzt Dvan gab ihm ^damals, auf sein Verlangen, einen kleinen Beutel mit Opium *),den er während der Zeit der Gefahr unausgesetzt an seinem Halsetrug. Seitdem verwahrte er dies Beucelchen sehr sorgfältig in ieinem geheimen Fache seines Nccessairs und in dieser Nacht nunschien ihm der Augenblick gekommen zu scyn, um zu diesem lrtzlenHülfsmittel seine Zuflucht zu nehmen. Der Kammerdiener, weicherhinter seiner halb offenstchenden Thüre schlief, harre gehört, daß eraufstand, hatte gesehen, daß er etwas in einem Glase Wasser auf«

») Es war nicht blvS Opium, sondern ein Präparat, dar Cabanis näherangegeben Hatz das nämliche, dessen Condorcct sich bediente, umsich dar Leben zu nehmen. (Note des Herr» F.)