Druckschrift 
3 (1844)
Entstehung
Seite
89
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Sie sind meine Brüder nicht mehr. Sie haben den MittlerDeines Bundes, sein Blut, die Todesangst, die gebrochnenStarren Augen am Kreuz, die Auferstehung und Auffahrt,Jede Wonne des Sohns und jede Thräu' entheiligt.

Ja, um meiner Leiden, um meiner Menschlichkeit willen,Meines verstummenden Todes, der Auferstehung vom Tode,Meiner Erhebung zum Thron, um meiner Herrlichkeit willen,Gehet von meinem Antlitz und seyd's, wozu ihr euch selbst

schuft!

Also sprach er ihr Todesurthcil; das drang in die TiefeIhrer Seelen und waffnete gegen sie mit der FlammeJbr Gewissen. Sie wollten zu ihm aufsehen; vermochten'sNicht und sanken dahin. Denn aus den Wunden des Sohns

raun

Blut nicht mehr, der donnernde Thron war Golgatha's Höh'

nicht,

Und die Stimme vom Thron nicht Ruf um Gnade. Doch EinerRiß sich vom Staub empor und wagt's, auf den Richter zu

schauen,

Warf die Arm' aus einander und rnfte, daß die Gcsild' csRingsumher und die Himmel vernahmen: Weil denn die Er-

barmung

Also begränzt ist, so sey's nicht die Allmacht! Nimm, o du

Rächer,

Deinen Donner und tödte mich ganz, wenn dein Donner

auch Seelen

Au vernichten vermag, daß ich Flamm' und Staub sey und

sterbe,