Druckschrift 
3 (1844)
Entstehung
Seite
82
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Soll, wie vordem, mein Leben nicht mehr mit Trauernbewölken!

2«, ich nenn' euch und bebe nickt mehr, o Namen, mein

Vater,

Ach, mein Vater, mein Bruder ist auch in jenem Gedränge!Vater bist du nicht mehr, du Bruder nicht mehr! Was that

euch,

Rede, was that dir dein Sohn, zwar sanft, doch unüber-windlich,

Was der schweigende Mund dir und jene verblühende WangeDeines Bruders, daß ihr, durch Schlüsse, wie Schlangen,

gewunden,

Grausam strebtet, des Sterbenden einzige Ruh' mir zu rauben,Meiner Unsterblichkeit Heil, die letzte, nicht täuschende Hoffnung,Den am Kreuz? zwar blutet' er, aber er blutete Gnade!Jenes Erwachen des großen Morgens, der ringenden SeeleMächtigsten Trost, da sie sinken die Erde ließ, das auch

euch nun

Weckte, doch nicht mit Jauchzen, mit keines Lebens Empfindung,Und zu dem Erstling vom Tode mit keinem Jubelgesange?L, sie war euch zu mächtig, des Jünglings betende Seele,Sie empfand sich zu sehr, sich von der Unsterblichkeit HassernIhre Krone rauben zu lassen. Mit freudiger HoffnungGab zu Staube sie Staub und wußte, daß sie nicht Staub sev.Daß sie mehr sep, als Himmel und Erde. Schauet die BlickeUnd den Sieg der Unsterblichen an. Ihr sähet sie vormalsBrechen im brechenden Aug' und mit dem Athem verröcheln;Schauet sic nun, wenn enck ihr Triumph nicht ewiger Tod ist!