Druckschrift 
3 (1844)
Entstehung
Seite
78
Einzelbild herunterladen
 

78

Elim sprach noch, als sich auf dem Throne der Richtendewandte;

Sieh', er wandt' ans Einmal sein schreckentragendes AugeGegen Einen der Todcsengel. Wie kann ich sein Umschau»,Wie anssprechen den Zorn, der ihm von dem Angesicht ausging,Und die Stimme, mit der er rief! So gebot er dem Seraph:Steig' herunter und rühre sie an; genß träumende Schreckenlieber sie aus, daß vor ihrem erschütterten Geiste vorbeigeh'Ihrer nahenden Qual Anschaun, und Vergeltung beginne!

Also sprach der Richter Entsetzen. Gleich dem Gedanken,Eilte der Todcsengel, goß aus vor der Schaar der VerfolgerEine Mitternacht, naht' ihnen, sein donnernder Nus war:Folgt und seht! ging eilend voran, sah nach den VerfolgernDrohend sich um, trat hin in die Nacht. Die furchtbare

Tiefe

That vor dem Seraph sich auf. Mir wurden die Angen

geöffnet,

Daß ich sah, was sie sahn. Sie wollten ihr Angesicht wenden;Aber sie hielt des Sohns Allmacht, wie starrende Felsen.

Und sie standen und schauten. Da lagen Todtengebeine,

Und ein Sturmwind braust' in dem langen Jammergefilde;Der ergriff die Gebein', und sie bebten; jedes Gebein sprachSeine Stimme; die Stimme war Fluch! Da Hub ich mein

Auge

Von dem Gefild empor und betete zu dem ErbarmerDerer, die sich erbarmten. Als ich noch betete, kamenAus der Schaar der Getödteten Hundert in weißem Gewände,Hundert Jünglinge, jeder ein Frühling in Eden geboren,