Druckschrift 
3 (1844)
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

60

Jephtha's Tochter. Es war drr ihr Schweigenden Blick zu des

Mittlers

Auferweckten noch immer gewandt. Noch immer voll neuerSüßer Verwunderung über die Welt, in welcher sie jetzt war,Spähte sie Alles darin bis zu kaum sichtbarer AendrungMit des wärmsten Gefühls Theilnahme. Jetzo bemerkt sie,Wie mit leiserer Senkung die vielbcsaitcte HarfeKorah an einen Oelbaum lehnt; jetzt, wie sein JedithunIhm an die Harfe den Blumenkranz voll frischeres Dufts hängt;Nun, wie weiter hinauf an der Ulme Rahel den EphenWindet; und nun, wie zu Rahel sich Jemina nähert, als wollteSie ihr helfen, und doch auf Erscheinungen sinnt. Da bei

Bethlem

Einst der Hirt Aalmona das Lied der Unsterblichen hörte,

Da sie sangen von Dem, der geboren war an der Krippe,Starb er vor Freude. Der war erstanden. Ihn sähe MariaNeben Bethlehems älterem Hirten, dem Sohn Jsai's.

Beide trugen Stäbe der Weide, waren vom FeldeBeide gekommen und forschten der Auferweckung der Frommen,Ihren Erscheinungen nach und ließen sich's Alles erzählen.Jetzo wandte zu Lazarus sich Maria von Neuem:

Sieh', er machet sich auf und will dem Jüngling erscheinen.Der so innig trauert' um dich; an dem glänzenden AugeSeh' ich es, Eliphas will dem glücklichen Jüngling erscheinen.Ach, wie nah o, wende nach ihm die Blicke wie naheKommt er zu uns; er setzet ans Grab sich neben dir nieder!Aber nun sieht ihn das Auge nicht mehr. Wie schnell war

die Wandlung,