2
Sieh', ein Thron auf der Erd' und doch des Beherrschers
der Welten!
Unter ihm bebt' und leuchtete Tabor. Die AuferwecktenStanden um ihn, und ferner, als sie, die Cherubim Gottes.Dieser hehre Kreis war offen gegen des HimmelsAllerheiligstes. Christus stand in der Mitte und lehnteSich an einen bemoosten Fels, der neben ihm ruhte,
Nicht der Leidende mehr. Vor ihm erloschen der VäterUnd der Cherubim Schimmer in werdende Dämmrung, Elva'sLichtausgiefiende Mvrgenröthen in Sommermondnacht.
Aber, so oft sein Auge voll Gottheit blickte, so faßteAlle süßes Gefühl der Endlichkeit, standen sie AlleGern auf ihren Stufen, auf die in der Reihe der WesenEr sie gestellt, so fühlten durch ihn sie Alle sich selig!
Siehe, der Cherub verstand den Wink im gewendeten AntlitzChristus und schwebte dahin. Bald kam er mit Seelenschaare»Wieder, ihr Führer, der Tobten, die seit des göttlichen SohnesAuferstehung waren gestorben, und die zu bestattenGräber hier Weinende gruben, dort dem Staube die UrnenMit der Cypress' umwanden. Die Blume blühet, mit welcherEiniger Gräber Geliebte nun bald bestreuen; und dennochSprach nicht los das Gericht den Tobten im blumigen Grabe.Christus Gesendeter führte die Seelen nach Tabor. Sie kamen,Wie der Gewitterregen, in Sonnenstrahlen hier Heller,Trüber dort, wo es mehr sich wölkt, von dem Himmel herabfällt,Oder wie, wenn in einer erhabneren feurigen SeeleLeidenschaft kämpft und Vernunft, sie Gedanken zu Schaaren
um strömen.