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Neunzehnter Gesang.
12 .
lind willst du dennoch Wild und Vögel weiden,
Reißt Kreons, des Thebaners, Wut dich fort,
So nähre sie mit meinen Eingeweide»,
Ein Grab nur gönne jener Leiche dort! —
Wohl würd' ein Fels gerührt von seinen Leiden,
So hold und lieblich war Geberd' und Wort;
Daher Zerbin im innersten Gemüthe
Schon ganz von Mitleid und von Lieb' entglühte.
13.
Im Augenblick stieß einer aus dem Heere,
Der ganz die Achtung für Zerbin verlor,
Ein tück'scher Reitersmann, mit seinem SpeereTief in die Brust den stehenden Medor.
Gar sehr mißfiel Zerbinen diese schwere,
Grausame That, vor allem, da der MohrBetäubt zur Erde sank, so ganz erblichen,
Als wäre schon das Leben ihm entwichen.
14 .
Weßhalb Zerbin von Zorn und Schmerz entbranntelind wütend rief: Das seh nicht »»gerächt!lind sich mit heißem Groll zu jenem wandte,
Der sich der Ungeheuern That erfrecht.
Doch der nahm seinen Vortheil wahr und rannteIm Augenblick davon durch's Waldgeflecht.
Wie Cloridan sieht, sein Medor erliege,
So springt er aus dem Wald zu offnem Kriege;