Druckschrift 
Theil 2 (1851)
Entstehung
Seite
285
Einzelbild herunterladen
 

283

Neunzehnter Gesang.

k.

Wohl hundert Netter sind'S, die ihn umstreichen,Und ihn sogleich zu sahn gebeut Zerbin.

Der Arme sucht, sich drehend, ansznweichen °

Und steckt, uni ihrer Hand sich zu entzieh»,

Sich hinter Ulmen, Eschen, Buchen, EichenDoch ohne von der theuern Last zu flieh».Gezwungen, legt er doch zuletzt sie nieder,

Und sie nmirrend läuft er hin und wieder.

7.

So steht die Bärinn wohl bei ihren Jungen,

Wann sie des Jägers ungestümer Mnth

Zn ihrer Schlucht bekriegt, und knirscht durchdrungen

Von streitendem Gefühl, vor Angst und Wut.

Von Zorn und angebornem Grimm bezwungen,Streckt sie die Klauen ans und lechzt nach Blut;

Doch Lieb' erweicht und fesselt sie nicht minder,

Und noch im Zorn schaut sie auf ihre Kinder.

8 .

Zwar Cloridan weiß nicht ihm beizustchen,

Doch will er noch im Sterben mit ihm sehnUnd, eh' er selbst muß aus dem Lebe» gehen,

Noch manchen Feind mit sich dem Tode weihn.

Den schärfsten Pfeil hat er sich ausersehenUnd schießt, versteckt, so auf den Haufen ei»,

Daß gleich ein Schotte, dem des Pfeiles SpitzeDas Hirn durchbohrt, todt fällt herab vom Sitze.