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Theil 2 (1851)
Entstehung
Seite
145
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Sechszehnter Gesang.

0 .

Allein als höchst verwegen und durchtrieben,Obwohl ste noch am ganzen Leibe bebt,

Weiß sie die Mienen so zurecht zu schieben,

Daß von der Angst kein Zeichen sich erhebt.Schnell zettelt sie den Trug mit ihrem Liebe»,Eilt, wie vom höchsten Wonnedrang belebt,Auf Gryphon zu, damit sie ihn umfange,Drückt an den Busen und umhalst ihn lange.

10 .

Mit kosendem Geberdenspiel vereinenSich wundersüße Töne, da sie spricht.

Ist dies der Lohn, so sagt sie ihm mit Weinen,

Der meiner Treu und Zärtlichkeit entspricht?

Ei» ganzes Jahr sah ich dich nicht erscheinen;

Zits zweite geht's, und du bedaurst es nicht?

Und hätt' ich länger ans dich warten können,

Nie würd'st d», glaub' ich, diesen Tag mir gönnen.

II.

Als ich noch immer hoffte, voll Verlangen,D» kämst, von Nicosia heimgewandt,

Zn mir zurück, die du in TodesbangenVerlassen hattest, in des Fiebers Brand,

Hört' ich, du seyst nach Syrien abgegange»;Was ich so hart, so unerträglich fand,

Daß ich, nicht wissend, wie zu dir mich wenden,Fast mir das Leben nahm mit eignen Händen.

Ariosto II,

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