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Theil 2 (1851)
Entstehung
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140
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Fünfzehnter Gesang.

102 .

Am Fieber krank, war sie zurückgebliebenI» jener Stabt, die Cvnstantin erbaut.

Jetzt, da er hofft und wünscht mit allen Trieben,Daß er sie bald in frischer Blüthe schaut,

Erzählt man ihm von einem neuen Lieben,

Dem sie in Antiochien sich vertraut»

Vermnthlich schien's ihr allzu schwere Tugend,Allein zu schlafen in so frischer Jugend.

103 .

Seit man dem Gryph die bittre Kund' erzählte,Durchseufzt' er Tag und Nacht in steter Qual;Und immer schien's, daß ihn am meisten quälte,Was Andern als Vergnügen sich empfahl.

Der faßt es wohl, den Amor sich erwählte,

An ihm zu prüfen seiner Pfeile Stahl.

Und, was die größte Marter war zu nennen,

Er schämte sich, sein Leiden zu bekennen.

104 .

Er schämte sich, weil tausendmal im Lebe»Sein weis'rcr Bruder Aqnilant ihn schalt,

Daß er so blinder Liebe sich ergeben,

Und ihn zu retten sucht' aus der GewaltDer arge» Frau, die unter allen eben,

Die je gelebt, ihm für die ärgste galt.

Doch Gryph beschützt sie vor des Bruders Rügen,Denn eignes Urtheil pflegt ja meist zu trügen.