Druckschrift 
Theil 2 (1851)
Entstehung
Seite
139
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Fünfzehnter Gesang.

99 .

Als sie im Kloster dort, das mit ErempelnDer Tilgend prangt, sich jeder Schuld befreit,

Gehn sie umher und spähn in allen TempelnNach den Geheimnissen von Christi Leid;

Wo jetzt, um uns mit ew'ger Schmach zu stempeln,Die Mohrenbrut das Heiligthum entweiht.

Europa ist in Waffen, stets erbötigZn neuem Krieg, nur da nicht, wo es nöthig.

100 .

Indem man hier, von Andacht ganz durchglommen,An Ablaß nur und heil'g« Bräuche denkt,

Da bringt ein Mann, aus Griechenland gekommen,Dem Gryphon eine Nachricht, die ihn kränktUnd ihn dem ersten Plan' und allen frommenVorsätzen und Gelübden ganz entlenkt,

Mit wildem Feuer seine Brust durchdringendUnd völlig ihn aus seiner Andacht bringend.

101 .

Der Ritter liebt, zu seinem schlimmen Glücke,

Ein schönes Weib, das Origille heißt.

Ihr Angesicht, ihr Wuchs sind Meisterstücke,

Wie Eine kaum von Tausenden sie weist;

Allein so treulos ist sie, so voll Tücke,

Daß man umsonst nach einer Gleichen reist,

Und wenn man auch die Dörfer und die Städte,

Die Inseln und das feste Land durchspähte.