Vierzehnter Gesang.
8 .
Mehr Trost jedoch war diesem Sieg zu danken,Als Freudigkeit, die dadurch ward vergällt,
Das wir im Kampf das Oberhaupt der Franken,Der Unternehmung Führer sahn gefällt;
Und daß mit ihn, so viele Fürsten sankenIm selben Sturm, die in Italiens Feld,
Für eignes Reich und Bundsgenossen streitend,
Hinab geeilt, der Alpen Schnee durchschreitend.
7 .
Zwar sehn wir unser Heil und unser LebenDurch diesen Sieg erweckt und wieder'frei;
Denn er bewirkt, daß Jovis zürnend StrebenDurch Blitz und Sturm uns nicht verderblich sey:Doch können wir nicht Freudenfeste geben,Vernehmend jenes große Klaggeschrei,
Das Witwen, weinend und im Leidgewande,
Erheben rings im ganzen Frankenlande.
8 .
Wohl muß die Noth dem König Ludwig heißen,Des Heeres Führer zu erneu'n fortan,
Daß sie des Ruhms der Lilien sich befleißen,
Daß ihren Lohn die Räuberhänd' empfahn,
Die Mönchen, Nonnen, schwarzen, grauen, weißen,Der Mutter, Tochter, Braut Gewalt gethan,Christum im Saerament dahin geschmissen,
Sein silbern Tabernakel ihm entrissen.