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Theil 2 (1851)
Entstehung
Seite
58
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88

Dreizehnter Gesang.

7S.

Sic wiederholt den Rath, doch ja zu trauenAuf jenes vielfach eingeschärfte Wort.

Dann lenkt sie ab, und durch die wald'gen AuenTrabt Bradamante kaum ein Stündchen fort,Da glaubt sie ihren Rüdiger zu schauen;

Und zwei gcwalt'ge Niesen da und dortSind um ihn her, die ihn so hart bekriegen,Dafi er schon nah daran ist, zu erliegen.

7K.

Kaum sieht sie den in solchen Kümmernissen,Der alle Zeichen Nüd'gers an sich hat,

Und, vom Vertrau'» zum Argwohn fortgeriffen,Vergißt sic ihren Plan und jeden Rath.

Gehaßt vermeint sie Nüd'gern von Melissen,

Die auf ihn zürn' um eine neue ThatUnd nun durch argen Trug bewirken wolle,

Daß sie, die so ihn liebt, ihn tobten solle.

77.

Sie sagt zu sich: Ist Rüd'gcr zu verkennen,

Den stets mein Herz erblickt, jetzt mein Gesicht?Wen soll ich jemals sehen und erkennen,

Seh' und erkenn' ich jetzo Diesen nicht?

Und soll ich falsch der Augen Urthcil nennen,

Weil es dem Urtheil, Andrer widerspricht?

Mein Herz, ohn' Augen, durch sich selbst, empfindetOb er sich fern, ob nahe sich befindet.