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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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schenherzen wie jene auf Schiffe und drücke sie hinunter."Sie war mit jeder Minute banger und enger geworden, wieman an einer dumpfen Stelle wird, über der noch der Blitzzielet und zischt. Was setzte dieß anders voraus, als daßder Lord seiner treuen Freundin Dinge entdeckt hatte, diewir in dieser Nacht zu erleben besorgten? Und wir konntenuns alle die Sorge nicht mehr verhehlen, daß sein müderGeist vielleicht wie Lykurg das Siegel seiner Leiche aufseineVersicherung drücken wolle, daß wir Jenners Söhne sind,ferner auf unfern Schwur, gut zu scyn, und aus den fürst-lichen, meinen Brüdern zu folgen, bis er wiederkomme.

Weine nicht so sehr, Viktor! (sagt' ich), cs ist dochnoch nicht gewiß." Er trocknete sich still und gern dieAugen ab nnd sagte blos:so wollen wir denn auf die Jn-sel jetzo gehen es wird schon neun Uhr."

Wir gingen fern, fern von der fleckigen Trauerbirkevorüber, die ihr abgerissenes Laub der welken Hülle desgroßen Menschen nachwarf. Viktor konnte vor Schmerz nichthinübcrsehcn; aber ich blickte mit einem kalten Zittern nachihrem Schwanken im heitern Nachthimmel. Erst seit eini-gen Tagen, wo Viktor glücklicher geworden war, hatte sichder Stand Emanncls gleichsam wieder in eine blaffe Gestaltzusammengezogcn und sich auf das Todtengrün heranSgestclltund die Arme weit für seinen alten Liebling aufgethanund Viktor jammerte und schmachtete und wollte vergeblichsich sterbend an den weißen Schatten pressen.

Er lächelte schmerzlich, da er uns und sich durch dieWorte zerstreuen wollte:der närrische Mensch duckt (bückt)sich wie ein Vogel, wenn nur das Unglück von weitem aufihn zugeht." Seine Thränen machten ihn zum Blinden,

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