Sonnen hefteten, schweiften blinkende Johanniswürmchenund eine Fledermaus zischte nach einem grauen Nachtschmet-tcrling — drei Johannisfeuer, vom Aberglauben angeschürt,zogen drei ferne Hügel aus der Nacht — alles Leben schliefunter seinem Blatt, unter seinem Zweig, näher an seinerMutter, und in den herumgestrcueten Träumen waren Ge-witter — Fische taumelten wie Leichen auf der Wasserflächeals Vorboten des Donners.
Plötzlich sing Emanuel mit einer unpassenden, nicht ge-nug bezwungenen Stimme an: „wahrlich wir würden ge-faßter neben dem Genius stehen, der die letzten Schlnmmer-„körner auf die Augen unsrer Lieben fallen läßt, wenn sie„nachher nicht in Kirchengewölben,, in Kirchhöfen, sondern„auf Auen auSschlicfen, unter dem Himmel, oder als Mu-„mien in Zimmern. . . . Jetzt, mein Geliebter, (sie hörten„schon das Wehen der Trauerbirke) herrsche also über deine„Phantasie; du wirst neben der Birke meine Nuhehöhle offen„sehen; ich habe sie seit vier Wochen mit Blumen auSgesäet„und überkleidet, die setzt meistens blühen — du legst mich„morgen ohne alles andre so in meinem Schlafklcide„unter die Blumen — und deck' es morgen zu — gib aber„nicht, du Guter, meinem kleinen Blumenstück solche harte„Namen, wie andre Menschen — morgen sag' ich; heute„geh' sogleich heim zu deinem Julius, wenn ich . . . ."(gestorben bin, wollt' er sagen, könnt' aber die weiche Um-schreibung vor Rührung nicht finden.) —
Ach daS gebrochene Auge riß Horion mit einem Seufzerheraus aus der kalten offnen Grotte seines Geliebten under konnte nicht hinabsehn zu dem Blumenflor darin. Erschluchzete laut und sah aus Thränen, zergangen, in Emanuels