Druckschrift 
6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

27

nem Duelliren wisse. Was sonst Mütter thun, that derVater; er vergab jedem, der von Stande war und der dieTochter wollte. Der Antrag, den ihm Viktor endlich machte,frappirte ihn nur, weil er bisher gedacht hatte, dieser ver-schieb' ihn blos wegen der Ungewißheit über Klotildens Erb-schaft und Verwandtschaft. Seine Antwort bestand in un-endlichem Vergnügen, in unendlicher Ehre re. und andernUnendlichkeiten; denn bei ihm war alles eine; daher auchPlatner mit Recht behauptet, der Mensch könne im Grundeblos das Endliche nicht denken. Le Baut hätte die Tochterhergegeben, wenn er auch nicht gewollt hätte; er konnte insGesicht nichts abschlagen, nicht einmal eine Tochter. Auchkonnte keiner kommen und um Klotilden ««suchen, der nichtin irgend eines seiner Projekte (seine vier Gehirnkammernlagen bis an die Decke davon voll) hineingepasset hätte. Na-türlicher Weise war ihm also ein Schwiegersohn jetzt ammeisten erwünscht, da ihm etwan die Tochter gar mit Todabgehen könnte, ohne daß er sie noch zu einem Springstabund Hebebaum seines Leibes gebraucht hätte und da ihmzweitens das Duell-Gerede das Herz anfraß; nicht als ober nicht durch gesunde wurm förmige Bewegungen diehärtesten Dinge verdauet hätte, sondern weil er, wiegebildete Menschen ohne Ehre, bei kleinen Beleidigungengern mit Lärmkanonen und Feuertrommcln erschien, um sichdas Recht zu erschleichen, bei vollständigen, aber ergiebigenund mit Silbcradern durchzognen Entehrungen mausestill dazu liegen. Das einzige was der Kammerherr nicht gern sah,was er aber sogleich dadurch hob, daß er dem Hosmedikuödas Wort (über die Tochter) gab, das war, daß er vorherdas nämliche Wort (in geheim) unserem Matz gegeben hatte.