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Alles, was ich hörte. Ich war in Verzweiflung. Ich bin Ver-ls c i r a t h e t und Alles ifl vorbei. Vergessen Sie — das ist cs allein,was uns Beiden zu thun bleibt."
So endete die ganze Romantik und das Ideal des Lebens fürAugustin St. Cläre. Aber die Wirklichkeit blieb — die Wirk-lichkeit, gleich dem flache», nackten, schlammigen Boden der Ebbe,wenn die blauen, funkelnden Wogen der Fluth mit ihre» munter da-hingleitenden Booten, ihren weiß beflügelten Schiffen, ihrer Musikder schlagenden Ruder und plätschernden Wogen zurückgetrcten sind— die öde, todte Wirklichkeit.
In einem Romane brechen natürlich die Herzen der Menschen,sie sterben, und das ist das Ende der Geschichte, für eine solche sehrpaffend. Aber im wirklichen Leben sterbe» wir nicht, wenn auchfür uns alles Das stirbt, was uns das Leben verschönert. Da giebt eseinen höchst thätigen und wichtigen Kreislauf von essen, trinken,ankleidcn, spazieren gehen, Besuche machen, kaufen, verkaufen, sprechen,lesen, und alle Dem, was man für gewöhnlich leben nennt, und derdurchgcmacht werden Muß; und das blieb auch für Augustin. Wäreseine Gattin eine ganze Frau gewesen, so hätte sie — wie Frauendies vermögen — noch etwas thun können, um den zerrissenen Lcbcns-fadcn zu einem heitern Gewebe zu benutzen. Aber Marie St. Cläresah nicht einmal, daß er verletzt worden war. Wie früher schonerwähnt wurde, bestand sie aus einer zarten Gestalt, einem Paarschöner Augen und hunderttausend Dollars: und keiner von diesenArtikeln war geeignet, ein krankes Gcmüth zu heilen.
Als Augustin leichenblaß auf dem Sofa liegend gefunden wurde,und ei» plötzliches sehr heftiges Kopfweh vorschützte, ricth sie ihm,Hirschhorn zu riechen; und als die Bläffe und der Kopfschmerz Wocheauf Woche anhiclten, sagte sie, daß sie nimmer geglaubt hätte, HerrSt. Cläre wäre kränklich. Doch er schien den Kopfschmerze» sehrunterworfen zu sein, und sic fühlte sich dadurch unglücklich, denn siehielten ihn ab, sie in Gesellschaften zu begleiten und es war für sicunangenehm, so kurz nach ihrer Verheiratung immer allein gehenzu müssen. Augustin fühlte sich in seinem Herzen froh, eine so wenigscharfsichtige Frau gchcirathct zu haben, aber als der Glanz und dieAufmerksamkeiten des Honigmonds vorüber waren, bemerkte er, daßeine reizende junge Frau, die als Mädchen nur dazu gelebt hatte, um