„Ja, abcr er kann sterben, und wer weiß, an wen unser Kinddann verkauft wird. Was für ein Vergnügen ist cs, daß es hübsch,und gesund und wohlgestaltet ist? Ich sage Dir, Elise, Dir wirdein Schwert durch das Herz gestoßen werden, für jedes Gnte, wasDein Kind ist oder hat; — es wird cs Dir zu thcuermachen/'
DiescWortc fielen schwer auf Elisens Herz; der Sklavenhändlertrat ihr wieder vor das Gesicht ; sic wurde blaß und rang nach Athene,als hätte ihr Jemand einen köstlichen Streich versetzt. Sic sahängstlich hinaus auf die Veranda, wo der Knabe, gclangweilt durchdas ernste Gespräch, triumphirend auf dem Spazicrstocke des Mr.Shelbh herumritt. Sie wollte ibrem Manne ihre Besorgnisse mit-theilen, abcr sie unterdrückte ihre Worte.
„Nein, nein," dachte sic, ,,der arme Mensch hat so schon genugzu tragen. Nein, ich sag' ihm nichts; überdies kann's ja nicht wahrsein, denn Missis belügt uns nie."
„Also, Elise, mein Mädchen," sagte ihr Mann trübe, „trösteDich und und lebe wohl; denn ich gehe."
„Du gehst, Georg? — Und wohin?"
„Nach Kanada," sagte er, sich crmuthigend, „und wenn ich dabin, kaufe ich Dich, — das ist die einzige Hoffnung, die uns bleibt.Du hast einen gütigen Herrn, der sich nicht weigern wird, Dich zuverkaufe». Ich werde Dich und den Knaben kaufen; mit GottesHülfe werde ich es."
„Ach. fürchterlich — wenn Du ergriffen würdest."
„Ich werde nicht ergriffen, Elise; — eher sterbe ich! Ich willfrei sein oder sterben!"
„Du würdest Dich doch nicht selbst tödten?"
„Das ist nicht nöthig; sic werden mich schnell genug tödten;lebendig bringen sie mich nimmermehr den Fluß hinab."
„Ach, Georg, sei meinetwillen vorsichtig ! Thu nichts Schlechtes,lege nicht Hand an Dich selbst oder an irgend einen Menschen. Duwirst zu sehr versucht — zu sehr: aber thu es dennoch nicht. —Gehenmußt Du, abcr geh vorsichtig, klug; bete zu Gott, daß er uns helfe."
„Gut denn, Elise; höre meinen Plan. Master setzte sich inden Kopf, mich hierher zu schicken, mit einem Briefe an Mr. Shm-