klopfenden Herzen und lebendigen Neigungen nur als Dinge be-trachtet, die einem Herrn gehören, so lange Unglück, Unbesonnenheit,Tod oder irgend eine andere Zufälligkeit den gütigen Herrn gegeneinen unmenschlichen vertauschen lassen kann, so lang ist cs unmöglich,selbst bei der bcstgeordneten Verwaltung die Selavereials etwas Schö-nes oder WünschenswcrthcS zu betrachten,
Mr, Shelby war ein gutmüthiger, freundlicher Mann, geneigtzu jeder Nachsicht gegen seine Umgebung, und nie war etwas vernach-lässigt worden, was das physische Wohl der Neger aus seinen Be-sitzungen erhöhe» konnte. Er batte indcß große Spcculationen ziem-lich unbesonnen gemacht, war in Schulden gerathen und seine Wechsel,von einem bedeutenden Betrage, waren in Haley's Hände gekommen.— So viel zur Erklärung des von uns angeführte» Gespräches,
Nun hatte zufällig Elisa, als sie sich der Thür näherte, von demGespräche genug gebürt, um zuwiffcn, daß ein Sclavcnhändlcr ihremHerrn für irgend Jemand ein Gebot machte.
Gern wäre sie an der Thüre stehen geblieben, um zu horchen,als sie das Zimmer verließ, doch ihre Gebieterin rief sie, und sie mußtezu ihr eilen.
Gleichwohl glaubte sie zu hören, wie der Sklavenhändler einGebot für ihren Knaben that. Konnte sie irren? Ihr Herz schwollschmerzlich an , und sic preßte ihn unwillkürlich so fest an sich, daßder kleine Bursche ihr verwundert in das Gesicht sah,
„Elise, Mädchen, was ist denn heuie mit Dir?" fragte ihreHerrin, als Elise die Wasserkannc zerbrochen, und den Nähtisch nm-geworfcn hatte, und zuletzt ihrer Gebieterin statt des verlangten seide-nen Kleides einen Schlafrock brachte,
Elise fuhr zusammen, „Ach, Missis," sagte sie, und hob dieAugen zu ihr empor. Dann warf sie sich.laut weinend auf einenStuhl,
„Elise, Kind, was fehlt Dir?" fragte ihre Herrin.
„Ach, Missis, Missis," sagte Elise, „in dem Speisezimmersprach ein Sclavcnhändlcr mit dem Herrn. Ich hörte ihn."
„Nun, einfältiges Ding, angenommen es sei so?"
„Ach, Milsis, nehmen Sie an, der Herr wollte meinen Harryverkaufen?" Und das arme Geschöpf schluchzte krampfhaft,
„Verkaufen! Nein, Du thörichtcs Mädchen! Du weißt, daß