Hamilkar. 1.73
Afrika znm Abfall und belagerten Karthago selbst. DieKarthager wurden durch diese schlimme Lage so geängsti-get, daß sie sogar bei den Römern Hülfe begehrten, undsie auch-wirklich erhielten. Endlich als fl- schon nahe an derVerzweiflung waren, wählten sie Hamilkar znm Oberbefehls-haber. Dieser brachte mehr als hundert tausend Mann unterdie Waffen und drängte damit nicht nur die Feinde von denMauern von Karthago zurück, sondern trieb sie auch so indie Enge, daß sie, eingeschlosscn, ihrer mehrere durch Hunger,als durch das Schwert aufgerieben wurden. Alle abgefalleneStädte, unter diesen Utika und Hippo, die mächtigsten inganz Afrika, wurden durch ihn dem Vaterlande wieder ge-wonnen. Nicht zufrieden damit, erweiterte er sogar dieGränzcn des sKarthagischen^ Herrschergebiets, und gab ganzAfrika eine solche Ruhe wieder zurück, daß man ihm denmehrjährigen Krieg nicht mehr anfah.
z. Das Gelingen seiner Wünsche bei diesen Unterneh-mungen hatte sein Selbstvertrauen und seinen Haß gegenRom bestärkt. Um desto leichter einen Anlaß zum Kriege zufinden, brachte er cs dahin, daß er als Befehlshaber an derSpitze eines Heeres nach Spanien geschickt wurde. Er nahmdahin seinen neunjährigen Sohn Hannibal mit. Außerdembefand sich bei ihm ein vornehmer, schön gestalteter Jüngling,Hasdrnbal, gegen welchen Hamilkar von einigen Personeneiner unsittlichen Liebe beschuldigt wurde. Denn einem sogroßen Manne konnte es an schmähsüchtigen Feinden nichtfehlen. Wirklich wurde auch deßwegen Hasdrnbaln der Um-gang mit ihm von seinem Sittcnmeister verwehrt. Hamilkargab ihm seine Tochter zur Gemahlin, da »ach der Sitte