Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
Seite
144
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L44 Cornelius Nepos.

Besuch machen wollten. Diese wurden als Bekannte einge-lassen. Allein kaum waren sie über die Schwelle hcrcinge-tretcn, so verriegelten sie die Thüre und griffen den auf demBette Liegenden an. Sie banden ihn fest; es entstand einLärm, so daß man ihn außen hören konnte. Hier zeigtesich's Jedermann deutlich, was ich schon mehrmals*) gesagthabe, wie verhaßt die Macht des Einzelnen und wie bedau-«rnswerth das Leben Desjenigen ist, der mehr gefürchtet alsgeliebt scyn will. Denn eben jene Wachen hätten, wenn sieihm ergeben gewesen wären, die Thüren aufbrcchen und ihnretten können, da Jene unbewaffnet waren und ihn noch le-bendig festhielten, indem sie von innen heraus um eine Wafferiefen. Da ihm so Niemand zu Hülfe kam, so gab ein Sy-rakuser, NamenS Lyko, ein Schwert zum Fenster hinein,mit welchem sodann Dion ermordet wurde.

10. Als nach vollbrachtem Morde das Volk hereindrang,um ihn zu sehen, wurden einige Unschuldige als Schuldigeaus Zrrthum gelödtet. Auf das plötzlich verbreitete Gerüchtnämlich, daß auf Dions Leben ein Angriff geschehe, hattesich eine Menge von Menschen versammelt, die eine solcheThat mißbilligten. Von einem falschen Wahn irre geführt,stießen Diese einige Unschuldige als Verbrecher nieder. Als

") Nur einmal, nämlich im fünften Capitel, kommt eine solcheAeußerung vor, ein Beweis, daß die jetzt noch vorhandenenLebensbeschreibungen nur ein Theil eines verloren gegan-genen größer« Werkes sind.

Uebrigens ist diese Bemerkung, so wie jene im Lebe»des Agesilaus im Anfänge des vierten Capitels zur Zeit Cä-sar- oder Augusts ein Zug von großer Freimüthigkeit.