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Cornelius NepoS.
nickt in manchen Fällen die Leidenschaften desselben allzumächtig einwirkten. Die glänzendsten Gesandtschaften mußteDion übernehmen, und hier wußte er durch Eifer in derErfüllung seiner Aufträge und Redlichkeit im Geschäftsgangüber den Ruf von der höchsten Grausamkeit des Tyrannenden Schleier seines eigenen menschenfreundlichen Charakters jzu werfen. Bei einer Sendung an die Carthaginenser, dieihm Dionysius anftrng, bewiesen ihm Diese eine Ehrfurchtund Bewunderung, die sie noch keinem Griechen in höheremGrade erzeigt haben.
2. Dionysius -übersah Dieß nicht. Er fühlte es, wieviel dieser Mann zum Glanze seiner Person beitrug. Er wid-mete ihm daher auch seine ganze Neigung und liebte ihnnicht weniger als seinen Sohn. Als die Nachricht nachSicilien kam, daß Plato in Tarent angekommen sey, sokonnte er dem Jünglinge seine Bitte nicht abschlagen, ihnnach Sicilien einzuladcn; Dion hatte nämlich den heißenWunsch, diesen Mann zu hören. Dionysius gewährte ihm alsoseine Bitte, und führte Jenen mit großem Gepränge in Sy-rakus ein. Dion bewies ihm nun «ine Bewunderung undLiebe, die zur Hingebung wurde, und die Plato in nicht gerin-gerem Grad erwiederte. Daher ließ sich Dieser, ungeachtetder grausamen Behandlung des Dionysius, der ihn verkaufenließ,") durch Dions Bitten bewegen, wieder dahin zurück-
*) Als Plato vor Dionysius sich sreimüthig über die Tyran-nengewalt geäußert, soll nach Diogenes Laertius, Dio-nysius beleidigt ausgerufen haben: „v Du sprichst wie«in närrischer, langweiliger Greis," und Plato erwiederte:„und Du beträgst Dich wie ein Tyrann!" Darauf soll