289
Sechsunddreißigster Gesang.
78 .
Ich schwör's bei Gott (denn Christum Witt ich ehren,Den wahren Gott, der meines Vaters war),
Nicht will ich je der Rüstung mich entwehren,
Bis ich gerächt der Eltern theures Paar.
Von nun an soll mein Vorwurf dich beschweren,
Seh' ich dich jemals wieder in der SchaarDes Agramant und andrer Mohrenfnrsten,
Wird nicht dein Schwerdt nach ihrem Blute dürsten»
78 .
O wie erhebt mit wonnigem VergnügenJetzt Bradamant' ihr schünes Angesicht!
Auf fordert sie den Freund, dem zu genügen,
Was so verständig seine Schwester spricht,
Als Rüd'gers Sohn zu Karl» sich zn verfügen,
Der auf des Vaters Ruhm so viel GewichtNoch immer legt, ihn für so groß erkennet,
Daß er ihn noch ganz unvergleichlich nennet.
80 .
Verständig sagt er drauf der Bradamante,
Dies hätte sotten gleich zuerst geschehn;
Doch weil er nicht so gut die Sachen kannte,
Wie späterhin, ließ er die Zeit vergehn.
Da Jener nun zum Ritter ihn ernannte,
Ihn wehrhaft machte, wär's ein groß Vergehn,
Ja Hochverrath, wenn er ihn jetzt entseelte,
Ihn, den er sich einmal zum Herrn erwählte.
17 '