Einunddreißigster Gesang.
3 .
Man trägt es wohl, wenn nicht die Angen sehen,Was doch das Herz erblickt so hell nnd klar;
Nnr größre Lust erregt das Wiedersehen,
Je länger, schmerzlicher die Trennung war.
Ohn' allen Lohn in Dienstbarkeit zu stehen,
Erstirbt die Hoffnung nur nicht ganz und gar,Erträgt sich auch; denn Lohn für treues DienenIst immer noch, wenn auch erst spät, erschienen.
4 .
Entzweiung, Weigerung, die größten PlagenDer Liebesglut und ihre ganze Pein,
Vermehren, durch Erinn'rung, das BehagenAn ihrer Lust, stellt sie sich endlich ein.
Doch schleicht die Höllcnpest mit gift'gem NagenSich tückisch in ein krankes Herz hinein:Erscheinen dann auch Lust nnd Freuden endlich,Der Liebende bleibt kalt nnd »»erkenntlich.
5 .
Dies ist die gift'ge, die grausame Wunde,
Die noch kein Balsam heilte, kein Verband,
Kein Amnlet, kein Spruch ans Herenmunde,Kein langes Achten ans der Sterne Stand,
Noch was auch von Magie der ZanberknndeErfinder, Zoroaster selbst, verstand;
Sie ist's, die mehr, als jegliches Verderben,
Den Menschcn zwingt, verzweifelnd hinznsterben.