Neunundzwanzigstcr Gesang.
3 .
Doch daß er thöri.cht sprach und höchst verwegen,Zeigt die Erfahrung schon euch hell und klar.
Erst fiel er keck mit seines Zornes Degen,
Ohn' Unterschied, ans eure ganze Schaar;
Nun kommt ihm Jsabellens Blick entgegenUnd ändert schnell sein Urtheil ganz »nd gar.Schon wünscht er fie, statt Jener, sein zu nennen,Und sieht sie kaum, noch ohne fie z» kennen.
4 .
Und wie die neuen Trieb' ihn spornen, stechen,Sucht er durch Gründe mancher Art sofortIn ihr den starken, festen Sinn zu brechen,
Den sie gestellt auf ihres Gottes Wort.
Doch daß fie nicht den keuschen Borsatz schwächen,Verleiht der Eremit, als Schild und Hort,
Durch Gründe von mehr Kraft und beßrer Dauer,So gut er irgend kann, ihr Wall und Mauer.
a»
Gar lang' erträgt der Mohr, mit vielem Leide,Was ihr der Klausner in's Gewissen schiebt,
Und sagt umsonst, er könn' in seine HaideZurückgehn ohne sie, wenn's ihm beliebt.
Doch da er sieht, wie sehr er Eintrag leide,
Weil Jener ihm nicht Ruh noch Frieden giebt,
So packt er ihn bei'm Bart, von Wut entglommen,Und rauft ihn aus so weit die Hand gekommen.