222
Präsidenten , meine Herren College» über diese vom Hrn.v. Walther in Zweifel gezogene Thatsache befragen zuwollen.
(Auf geschehenes Befrage» erklären die Doktoren Schnei-der und Riedel, und der Wundarzt Lervur, daß ausserdem in die Brusthöhle ergossenen Blute jeneö in denBluiergießungen geronnen, so wie das in den zerschnit-tenen Blutgefäßen vom Nvrmal.Zustande nicht abwei-chend gewesen sey.)
Bei der fünften Frage: „War Cönen erwürgt?" woHr. v. Walther S. 284 gesagt hat: „Wer einen Men-schen erdrosseln will, pflegt denselben nicht am untern„Theile des Halses, seitlich oberhalb der Schlüsselbeine,„sondern ganz oben an der Kehle, in der Gegend des„Kehlkopfes zu fassen, und dort die Daumen anzusetzen.„Es ist nun auffallend, daß an Conens Leiche die zu-rückgebliebenen Spuren derjenigen Gewalt, welche die„Erwürgung verursacht haben soll, sich hauptsächlich am„untern Theile des Halses, und sogar am obern Tyeile„der Brust befanden:" >— bemerke ich nur, daß auchHamacher, wenn er die Stelle am Halse, wo man ei-nen Menschen sm sichersten und schnellsten durch einenDruck erwürgen kann, so genau gekannt hätte, die Thatso ausgeführt haben würde, wenn übrigens nicht dazueine ruhigere Gemüthsverfassung gehört, als worin ersich wohl befand. „Wollte man annehmcn, sagt Herr„v. Walther S. 285 , das ursprünglich weiter oben (in„den obern Seitengegenden des Halses) ergossene Blut„habe sich in der Folge vermöge seiner Schwere herab-„gesenkt, so mußte bei dieser Annahme eine aufgerichlete„Stellung deS Körpers, oder wenigstens des Halses„vorausgesetzt werden, welche Stellung Cönens Leiche