Druckschrift 
Ist Cönen wirklich ermordet worden? : Eine Frage an Zergliederer ; Nebst allen darauf Bezug habenden Aktenstücken
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

95

Fünfte Frage. Nach Hamachers Aussagemußte allerdings diese Frage aufgeworfen werden. ESmußten deshalb die Angaben iu dem Lbduklivns-Pro-tokoll, welche auf eine solche Todtesart schließen lassenkönnen, mit deren daraus gezogenen Schlußfolgerungender Herren Obduzenten und der darüber abgelegten Meinungder Trier'fchen Herren Aerzte genau geprüft werden.Wir stießen hierbei wieder auf einen Mangel in Erfor-schung des lVIanuolis der Kraft und der Zeit, welche Ha-macher uöthig gehabt, um den angeblich von ihm voll-zogenen Akt, der entweder für sich allein, oder Been-digung der durch andere vorausgegangene Gewalt ange-fangene Tödtung beabsichtigte, zu vollführen. Cs fragtsich dann zunächst, ob überhaupt, und was für Spurengleich nach Auffindung der Leiche durch ärztliche Be-sichtigung wahrgenommen wurden, welche auf Hem-mung, Unterdrückung der zum Leben durchaus nöthigenRespiration hindeutcn können. In dem am 2^. Dez.aufgenvmmenen Besichrigungs- und Obduktions-Pro-tokoll ist nun zwar unter Nr. 2Z einer Anschwellung unddunkeln Färbung des untern Hals und obern Brust-theils Erwähnung geschehen, wobei wir nur nicht be-greifen, warum dieser Stelle nicht auch schon in demBesichtigungs-Protokolle vom 21. Dez. gedacht wurde,da doch die Eindrücke in den Knieen nicht unbeachtet ge-blieben. Gewöhnlich pflegt man doch bei Leichen, woder Tod auf gewaltsame Weise durch Erstickung oderSchlagfluß noch bei weitem so lange nicht, wie in die-sem Falle aller Wahrscheinlichkeit nach erfolgt ist, eineblaue Farbe des unter» Halstheils, wo die weiten zahl-reichen , gewöhnlich mit Blut gefüllten Venen um undau der Schilddrüse dicht unter der zarten, dünnen, im