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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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Ihr lieber Malbrief liegt »och Antwort begehrend da; IhreBetrachtungen über den Protestantismus haben mir diesen Som-mer schon manchen genußvollen Nachmittag gewährt. Ich bin im-mer der undankbarste Mensch mit dem dankbarsten aller Herze».Gerade darum lieb' ich Sie immer mehr, weil ich Ihre Freund-schaft für mich unverkennbar in Ihrer Geneigtheit zum Verzeihenmeiner Schuld erblicke. Bewahren Sie mir diese Freundschaftvoller Nachsicht!

Das Bewahren Ihrer Betrachtungen nur lästig?" Wassagen Sie? Ich bin stolz, daß Sie sie mir anvcrtranten. Ichbewahre sie, bis Sie dieselben zurückfordern. Warum vollendenSie sie nicht? Wäre die Stille des Winters nicht dazu einladend?Und warum scheuen Sie sich, das vollendete Werk dann im Druckerscheinen zu lassen? Ruhen Sie doch nicht. Dies edle SpielIhrer Gedanken ist Arznei für Ihren Körper!

Ihr junger Landsmann hat Ihnen, scheint cs, mit seinen Er-zählungen von Riga wieder ein wenig Heimweh gemacht. AberSie überwinden es in sich, und ich billige es, wenn auch auseinem andern Grunde (rauhere Lust des Nordens) als Sie. Auchich zittere, entfernte, längst nicht gesehene Freunde zu besuchen,weil die Freude des Wiedersehens immer entweder mit dem Schmerzdes Wicderverlustes zu theuer bezahlt wird, oder, was nochschlimmer ist, weil die erwartete Freude wohl gar am Ende durchdie von der Zeit angerichtetcn Verwandlungen der Menschen, wennman sie nach Jahren wieder nahe sieht, ganz ausbleibt. MeineJugendfreunde blühen in meinem Gedächtnis!, wie Unsterbliche,in ewiger Jugend und Liebenswürdigkeit; ach, ln natura mögensie nun wohl etwas anders sein.

Sie sind sehr gütig, an Theodor zu denken, falls er nach Hei-delberg zöge. Er hat Aarau schon seit anderthalb Jahren ver-lassen. In Genf, zu Pictets, Dccandolle's und des Astronomen