Aloys Redin g
(geb. den V. Mai 17KL z» Schwyz; gcst. den S. Februar 1818 daselbst).
Zusammentreffen in Bern.
Es war Ausgangs des Winters 179tt, als ich mit Oelsner*)mich aufmachte, die Weltstadt Paris zn sehen. Es gab für michkeinen angcnchmern und lehrreicher» Rcisegcselischaftcr, als diesengewandten, kcnntnißvollcn und witzigen jungen Mann, Obgleichwir in Denk- und Gemüthweise sehr verschieden waren,' liebtenwir nns darum doch nichts desto weniger zärtlich, und vielleichteben darum. Ich anerkannte seine Nebcrlegcnheit gern, besondersin seiner Wcltkcnntniß; und er spielte bei mir gewissermaßen dieRolle eines Mentors, der seinen crfahrnngslosen, etwas brausen-den, oder schwärmerischen Tclemach in das große Leben cinfüh-ren wollte.
Wir kamen mit Sturm und Schnee nach Bern, Wie überall,hatte Oelsncr auch hier seine hundert „guten Freunde", von
') Ernst QclSncr aus Schlesien lebte während der Revolutionszeitals Geschäftsträger der Stadt Frankfurt zn Paris, und blieb an derSeite des weisen Grafen von Schlabcrndorf Jahre lang ein aufmerk-samer und unbefangener Beobachter der dortigen gewaltigen Ereig-nisse. Er stand in Verwandtschaft und Verkehr mit vielen Haupt-personen der Bewegungen. Seine „Briefe aus Paris" sind »ollfeiner und geistreicher Bemerkungen über »ie damaligen Zustände.
Anmerk, des Herausgebers.