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Nach Karlsruhe. 31. Jenner 1825.
Obgleich Ihr Manuskript bis jetzt noch nicht in mein Hauseingckchrt ist. fang' ich doch sogleich Ihnen den Empfang desselbenan zu bescheinigen. So blindes Vertrauen Hab' ich auf Ehrlichkeitund Pünktlichkeit unserer Posten. Aengstigen Sic sich also darumnicht, mein ängstlicher Freund. Auch nicht Theodors wegen, dernicht eher nach Paris gehen wird, bis er den Doktorhut auf demKopf trägt, weil, wie mir mein Herr Stapfer ausführlich geschrie-ben hat. er nur erst nach Vollendung der Studien auf einer deut-schen Universität zu Paris sich mit großem Gewinn vollenden könne.Ich will ihn Ostern also nach Deutschland schicken, in der Hoff-nung, man werde des Jünglings schonen und in seinem ehrlichenNamen keine demagogische Nmtreiberei sehen oder riechen.
Wenn Riga so gelegen wäre, daß ich da ungetrennt von mei-nen Freunden und der Literatur, übrigens von der Welt und ihrenGöttern geschieden, mit einer schönen Anssicht auf die landschaft-liche Natur und auf den Entwickelungs-Prozeß der Menschheitwohnen und zuweilen eine Leuchtkugel oder einen Blitz unter dienärrischen Menschen schleudern könnte, ungesehen, wie ZevS —etwa in den Wolken selbst —, so würd' ich mir Erlaubnis« beiIhnen erbitten, im Frühjahr mit Ihnen dahin zn ziehen undmit Ihnen in der nämlichen Straße zu wohnen. Wenn Sie nurin Ihrem Riga „in Abgeschiedenheit von allen literarischen undandern Interessen" glücklich sein können! Wohlan, reisen Sieunterm himmlischen Machtschutz dahin! Es gefällt mir Alles inIhrem Plan, Kv. auch das Heiraihcn (exclusive das Beiwort„Wahrscheinlich"); nur nicht, daß Sie mich mit Ihrem allerlieb-sten Weibchen, in das ich mich schon selbst ein wenig zu verliebenansange, erst nach zehn Jahren (helf'uns Gott!) besuchen wollen.